Monika Schnitzer: Strategische Ölreserven sollen Preisdruck mildern

Die Vorsitzende des Sachverständigenrats, Monika Schnitzer, rechnet mit anhaltend hohen und womöglich weiter steigenden Preisen für Öl und Gas. Ihre Empfehlung: Der Einsatz internationaler Ölreserven soll die Situation auf dem Energiemarkt entspannen.

heute 00:03 Uhr | 3 mal gelesen

Wie schnell und drastisch die Preise für Öl und Gas weiter anziehen, hängt letztlich davon ab, wie lang und heftig der aktuelle Konflikt noch tobt – so sieht es zumindest die Ökonomin Schnitzer. Sie führte aus, dass zerstörte Förderanlagen, blockierte Transportwege und zurückgefahrene Produktion aus Sicherheitsbedenken das Gesamtangebot weltweit schrumpfen lassen. 'Allein schon die daraus entstehende Unsicherheit treibt die Preise in die Höhe', betonte sie gegenüber der 'Rheinischen Post'. Schnitzer brachte ins Spiel, die von der Internationalen Energieagentur (IEA) aufgebauten Notfall-Ölreserven jetzt als Puffer zu nutzen. Es wäre nicht das erste Mal: Schon mehrmals halfen diese Reserven, Preisexplosionen abzufedern. 'Eine koordinierte Freigabe könnte auch diesmal zur kurzfristigen Stabilisierung beitragen', so ihr Vorschlag – und fordert, dies ernsthaft zu prüfen. Abschließend mahnt sie: Deutschland sollte schleunigst aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen raus. Weniger Verbrauch und der forcierte Ausbau von erneuerbaren Energien inklusive moderner Netze seien unumgänglich – gerade angesichts der aktuellen Lage auf den Energiemärkten. Dieser Prozess braucht Zeit, aber jeder Schritt in diese Richtung macht unabhängiger und ein wenig resilienter.

Monika Schnitzer, aktuell Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, sieht kurzfristig wenig Hoffnung auf Entspannung bei Öl- oder Gaspreisen – die weltpolitischen und regionalen Turbulenzen schlagen mit voller Wucht auf die Energiemärkte durch. Sie verweist auf frühere Interventionen der IEA und plädiert dafür, die vorhandenen globalen Ölreserven diesmal wieder strategisch einzusetzen, um Angebot zu erhöhen und Preisspitzen abzufedern. Zusätzlich rät sie Deutschland zu einem konsequenten Umsteuern Richtung Energiesouveränität: weniger Verbrauch, mehr erneuerbare Energien und robustere Infrastruktur sind laut ihr die richtige Antwort auf die aktuelle Krise. Aktuell reagiert die Bundesregierung laut Medien etwa mit steuerlichen Entlastungen und beschleunigten Genehmigungsverfahren für Wind- und Solarkraft, um gegenzusteuern.

Schlagwort aus diesem Artikel