Schon sehr früh war klar, wohin die Reise gehen würde: Die Bayern marschierten von Anfang an forsch nach vorne, allerdings fiel das erste Tor erst in der 33. Minute, als Luis Diaz nach einer etwas chaotischen Szene vor dem Gladbacher Tor einschob. Fast schon beiläufig erhöhte Laimer noch vor der Pause nach einem blitzschnellen Gegenangriff. Im zweiten Durchgang folgte dann das gewohnte Bild – Gegner am eigenen Strafraum eingeschnürt, Musiala verwandelte in der 57. Minute eiskalt vom Punkt. Das 4:0 durch Jackson wirkte beinahe wie ein nachträgliches Sahnehäubchen, bevor die Bayern kurz unaufmerksam waren und Gladbach durch Mohya in der 89. Minute noch zu Ehren kamen. Bemerkenswert: Spätestens nach der Roten Karte für Reitz in der 55. Minute hatte Gladbach kaum noch etwas entgegenzusetzen. Die Münchner taten, was absolut nötig war – und gönnten sich sogar Phasen der Nachlässigkeit. Mit satten 65 Prozent Ballbesitz unterstrichen sie aber trotzdem eindrücklich ihren Anspruch auf die Spitzenposition. Gladbach dagegen bleibt weiterhin nur ein matter Widerschein glorreicherer Tage – und muss in den restlichen Saisonwochen ganz genau nach unten schielen.
Bayern München festigt mit dem Sieg gegen Gladbach die Tabellenführung und dürfte mit dem derzeitigen Selbstverständnis als Favorit auf den Meistertitel gelten. Gladbachs ohnehin schon schwierige Saison wird durch die erneute Niederlage und die dünne Luft Richtung Abstiegsplätze zusätzlich erschwert. Laut aktuellen Medienberichten gibt es intern bei Gladbach Streit um die defensive Ausrichtung und die Zukunft von Trainer Seoane wird zunehmend diskutiert. Bayern überzeugt vor allem durch die Breite im Kader – fast jeder Offensivspieler kann aktuell treffen, das verleiht ihnen Flexibilität im Titelrennen. Währenddessen signalisiert Bayern-Coach Thomas Tuchel, dass trotz Selbstvertrauen noch Arbeit wartet, vor allem beim kollektiven Defensivverhalten in den letzten Minuten.