Nachruf der Deutschen Aidshilfe: Rita Süssmuth – Eine Pionierin menschlicher Politik

Berlin – Im Rahmen des heutigen Staatsakts für Rita Süssmuth ehrt Ulf Kristal von der Deutschen Aidshilfe die herausragende Rolle der Verstorbenen im Kampf gegen Ausgrenzung im Umgang mit HIV/Aids in den 1980er Jahren.

heute 10:59 Uhr | 6 mal gelesen

„Mut, Entschlossenheit und Mitgefühl – das sind die Eigenschaften, mit denen Rita Süssmuth das Thema HIV/Aids in Deutschland revolutionierte. Sie setzte sich vehement dafür ein, Vorurteile nicht zum Maßstab politischen Handelns werden zu lassen und schuf so eine Atmosphäre, in der Prävention und Aufklärung weit mehr Raum erhielten als Stigmatisierung. Ihre Weitsicht und der unermüdliche Einsatz haben nicht nur vielen Menschen ganz praktisch geholfen, sondern auch ein Beispiel gesetzt, dessen Wirkung bis heute nachhallt. Wer, wenn nicht Süssmuth, hätte damals so konsequent für einen menschenwürdigen Umgang mit Betroffenen eintreten können? Jetzt, da wir Abschied nehmen, bleibt uns nur, den Hut zu ziehen und Danke zu sagen. Sie war eine Leitfigur – nicht nur für Betroffene, sondern für einen ganzen politischen Stil. Seit 2016 war sie zudem Ehrenmitglied der Deutschen Aidshilfe, eine Würdigung, die ihren nachhaltigen Einfluss kaum angemessen abbilden kann.“

Weitere Links und Hintergründe:
Pressemitteilung der Deutschen Aidshilfe

Persönlicher Nachruf

Digitales Gedenkbuch

Verleihung Ehrenmitgliedschaft 2016

Komplette Laudatio

Pressekontakt:
Holger Wicht, Pressesprecher, Deutsche Aidshilfe, Tel. (030) 69 00 87 - 16, presse@dah.aidshilfe.de, www.aidshilfe.de

Originalmeldung Deutsche Aidshilfe via news aktuell
http://ots.de/5ef315

Rita Süssmuth, langjährige Bundestagspräsidentin und ehemalige Gesundheitsministerin, prägte durch ihre empathische und offene Haltung maßgeblich die HIV/Aids-Politik der Bundesrepublik in den 1980er Jahren. Sie stellte stets den Schutz der Menschenwürde vor populistische Schnellschüsse und schob damit eine Entwicklung an, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind: weniger Stigma, mehr Aufklärung, eine offener diskutierte Gesellschaft. Süssmuth gilt auch über die Themen HIV/Aids hinaus als Wegbereiterin einer sozial orientierten Politik und wurde für diese Haltung mehrfach ausgezeichnet. Aktuelle Berichte würdigen Süssmuths Vermächtnis weiterhin: Die Süddeutsche Zeitung hebt ihre Rolle als Vermittlerin zwischen verschiedenen politischen Lagern und ihr Engagement für Gleichberechtigung hervor (Quelle: [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de/)). Die Zeit betont Süssmuths Bedeutung für die gesellschaftliche Liberalisierung der Bundesrepublik und erinnert an ihre behutsame, aber dennoch deutliche Kritik an dogmatischen Haltungen (Quelle: [DIE ZEIT](https://www.zeit.de/)). Die Frankfurter Allgemeine weist auf ihre außergewöhnliche Unerschrockenheit hin, gerade während der Hochzeiten der HIV/Aids-Panik, und würdigt die Anerkennung ihrer Dialogbereitschaft auch von politischen Gegnern (Quelle: [FAZ](https://www.faz.net/)).

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