NRW-Ministerpräsident Wüst fordert Angleichung der Unterstützung für Asylbewerber an europäische Standards

Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, setzt sich dafür ein, die Sozialleistungen für Asylsuchende in Deutschland an das durchschnittliche Niveau anderer EU-Länder anzugleichen. Das äußerte er in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung.

heute 10:59 Uhr | 3 mal gelesen

Die Debatte um die Ausgestaltung des Asylsystems spitzt sich immer weiter zu – besonders, wenn Fälle wie der eines abgelehnten Asylbewerbers aus Bosnien mediale Wellen schlagen. Hendrik Wüst findet klare Worte: Wer kein Recht auf Bleibeperspektive hat, sollte zügig zurückgeführt werden, um unser System nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. In Nordrhein-Westfalen soll eine Bezahlkarte helfen, Anreize für Sozialmissbrauch zu begrenzen – wobei man ehrlicherweise sagen muss: Das ist auch ein politisches Signal nach innen, nicht nur eine materielle Umstellung. Klar, das Thema ist ein Dauerbrenner in Talkshows, aber so ganz einfach ist es auch nicht mit den EU-Vergleichen, denn die Lebenshaltungskosten und Sozialsysteme unterscheiden sich von Land zu Land. Es bleibt ein Balanceakt zwischen Schutz gewähren und Systemstabilität, und manchmal fragt man sich: Wird dabei eigentlich genug zwischen Einzelfällen und der großen politischen Linie unterschieden? So oder so – der Handlungsdruck bleibt hoch, politisch wie gesellschaftlich.

Die Diskussion um eine Anpassung der Sozialleistungen für Asylbewerber läuft vor dem Hintergrund angestiegener Asylanträge und anhaltender Spannungen rund um Integration und soziale Sicherungssysteme. Der Vorschlag stößt sowohl auf Zustimmung (insbesondere bei den Unionsparteien) als auch auf Widerspruch von Sozialverbänden und Teilen der Politik, die befürchten, dadurch könnten Menschen in noch größere Notlagen geraten. Gleichzeitig nehmen verschiedene Bundesländer wie etwa Nordrhein-Westfalen Experimente mit Bezahlkarten als Reformschritt vor; Kritiker merken an, dass eine bloße Angleichung an niedrigere EU-Standards komplexe soziale und menschenrechtliche Fragen aufwirft. Nach neuesten Berichten bleibt die Zahl der in Deutschland ankommenden Asylbewerber zwar hoch, viele EU-Staaten diskutieren aber ihrerseits über nationale Verschärfungen oder gezieltere Kontrollmechanismen. In ähnlichen Artikeln wird aktuell auch darüber gestritten, wie Abschiebungen konsequenter, aber rechtssicher durchgesetzt werden könnten, und welche Rolle dabei die europäische Zusammenarbeit tatsächlich spielt.

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