Es geht los: Der Bundestrainer hat seine Wahl getroffen und die Namen verkündet, und wie schon im Vorfeld gemunkelt wurde, steht Manuel Neuer – nach einer langen Pause – wieder als Nummer 1 zwischen den Pfosten. Nagelsmann wirkte in Frankfurt deutlich erleichtert, denn eine Entscheidung dieser Tragweite trifft man vermutlich auch als Nationaltrainerguru nicht jeden Tag. „Man merkt einfach, dass Manu auf dem Platz eine Wirkung entfaltet, die jüngere Kollegen, ja selbst gestandene Profis, ansteckt“, so Nagelsmann wortwörtlich (im Kern zumindest).
Natürlich fehlen auch altbekannte und frische Gesichter nicht: Neben Neuer sind Oliver Baumann und Alexander Nübel erneut dabei und mit Jonas Urbig bekommt das Team sogar Trainingsunterstützung von außerhalb des eigentlichen Kaders – eine interessante Randnotiz, weil das Thema Torwart-Ausbildung in Deutschland ja stets kritisch beäugt wird.
Zur Abwehr packt Nagelsmann auf: Mit Waldemar Anton, Nathaniel Brown, Pascal Groß und weiteren Routiniers sowie jungen Wilden wie Malick Thiaw wird die Defensive aufgemischt. Im Mittelfeld und Angriff setzt der Coach auf eine Mischung aus Erfahrung und Kreativität: Wirtz, Musiala, Havertz – bekannte Namen, aber auch Spieler wie Maximilian Beier oder Nick Woltemade, die manche bislang eher aus Bundesliga-Zusammenfassungen kannten.
Am 11. Juni startet das XXL-Turnier mit einem echten Kracher, und drei Tage später geht’s für das deutsche Team gegen Außenseiter Curacao los. Ein gewisser Druck liegt auf der Mannschaft, nachdem man bei den letzten Turnieren schon in der Vorrunde gescheitert war. Ob diesmal wirklich alles anders wird? Nun, das bleibt abzuwarten. Jedenfalls klingt der Mix auf dem Papier vielversprechend, aber Papier ist bekanntlich geduldig.
Nagelsmann setzt für die anstehende WM überraschend wieder auf Manuel Neuer im Tor – ein Schritt, der für viel Diskussionsstoff sorgt, da der Welttorhüter nach Verletzung und langer Pause zurückkehrt. Auch im restlichen Aufgebot mischt sich Erfahrung mit aufstrebenden Talenten, wobei die Entscheidung, Nachwuchstorwart Jonas Urbig als Trainingsgast mitzunehmen, das hohe Ausbildungsniveau und den Konkurrenzkampf im deutschen Tor betont. Gegen den Hintergrund des wiederholten Vorrundenaus bei den vergangenen Weltmeisterschaften steht das Team fraglos unter besonderer Beobachtung – aktuelle Medienberichte heben zudem hervor, dass die angelaufene Vorbereitungsphase von teils positiven Testspielergebnissen und einer breiten öffentlichen Debatte rund um die Erwartungen an das DFB-Team begleitet wird. Laut "Spiegel" hat Nagelsmann zuletzt betont, dass die Fans neue Impulse erwarten dürfen, und sowohl die "Süddeutsche" als auch die "FAZ" berichten von einer auffälligen Verjüngung, die teils mit Skepsis und teils mit Hoffnung aufgenommen wird.