CDU-Politiker Schulze setzt sich für steuerliche Vorteile Alleinerziehender ein

Sven Schulze, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, schiebt mit Blick auf die aktuelle schwarz-rote Regierungsarbeit eine Initiative im Bundesrat an: Ziel ist die steuerliche Entlastung für Menschen, die ihre Kinder allein großziehen – ganz unabhängig vom klassischen Familienbild.

heute 13:58 Uhr | 3 mal gelesen

"Alleinerziehende stehen oft zwischen allen Stühlen – Beruf, Kinder, Haushalt, Termine, manchmal mit dem Gefühl, alles gleichzeitig stemmen zu müssen. Das wird in unseren Steuerregeln bislang kaum richtig gewürdigt", gibt Sven Schulze (CDU) zu bedenken. Die gesellschaftliche Vielfalt sei größer als das alte Muster ‚Mutter–Vater–Kind‘, fügte er an. Manchen fehle der Rückhalt zu Hause, sei es beim Schularztbesuch, beim Basteln für den Kindergarten oder am späteren Feierabend, wenn noch der Abwasch wartet. Auch Männer zählt Schulze ausdrücklich zu den Betroffenen, oft aber seien es Frauen, die die zusätzliche Belastung tragen. Er fordert: Am Ende muss finanzielle Unterstützung dort ankommen, wo sie gebraucht wird – direkt bei den Alleinerziehenden. Und das gehe nur, wenn man auf Bundesebene, etwa durch eine Bundesratsinitiative, noch einmal ganz neu über Steuern für Eltern ohne Partner nachdenkt. Überlegenswert ist das nicht nur für Familien in Sachsen-Anhalt – ein Signal an ganz Deutschland, sagt Schulze. Ach ja: Ob das in politischen Kreisen als Konsens durchgeht, bleibt zumindest offen.

Sven Schulze fordert eine Bundesratsinitiative, um steuerliche Erleichterungen für Alleinerziehende auf den Weg zu bringen. Sein Anliegen greift die Lebenswirklichkeit vieler Familien in Deutschland auf, die sich längst nicht mehr ins traditionelle Mutter-Vater-Kind-Schema pressen lassen. Verglichen mit bisherigen gesetzlichen Regelungen, die vorrangig Ehepaare und traditionelle Familienmodelle begünstigen, sieht Schulze bei Alleinerziehenden Nachholbedarf. Tatsächlich wächst der Anteil an Ein-Eltern-Familien bundesweit. Laut dem Statistischen Bundesamt lebten 2023 rund 1,5 Millionen Minderjährige bei alleinerziehenden Eltern, meist bei der Mutter (rund 80 Prozent). Kritisch betrachtet werden dabei nicht nur steuerrechtliche Hürden, sondern auch konkrete Alltagsprobleme wie mangelnde Betreuungsangebote oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Gleichzeitig nimmt die politische Debatte an Fahrt auf: Auch SPD und Grüne signalisieren, dass Alleinerziehende stärker unterstützt werden müssen. Die AfD bleibt hingegen beim Fokus aufs klassische Familienbild. Fachleute wie der Deutsche Familienverband fordern seit Jahren eine Reform, weil viele Unterstützungsleistungen für Alleinerziehende im Vergleich zu anderen Familienmodellen zu gering ausfallen oder mit teils undurchsichtigen Antragsverfahren einhergehen. Was politisch am Ende durchsetzbar ist, hängt auch vom Konsens der Bundesländer ab.

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