Sven Schulze fordert eine Bundesratsinitiative, um steuerliche Erleichterungen für Alleinerziehende auf den Weg zu bringen. Sein Anliegen greift die Lebenswirklichkeit vieler Familien in Deutschland auf, die sich längst nicht mehr ins traditionelle Mutter-Vater-Kind-Schema pressen lassen. Verglichen mit bisherigen gesetzlichen Regelungen, die vorrangig Ehepaare und traditionelle Familienmodelle begünstigen, sieht Schulze bei Alleinerziehenden Nachholbedarf. Tatsächlich wächst der Anteil an Ein-Eltern-Familien bundesweit. Laut dem Statistischen Bundesamt lebten 2023 rund 1,5 Millionen Minderjährige bei alleinerziehenden Eltern, meist bei der Mutter (rund 80 Prozent). Kritisch betrachtet werden dabei nicht nur steuerrechtliche Hürden, sondern auch konkrete Alltagsprobleme wie mangelnde Betreuungsangebote oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Gleichzeitig nimmt die politische Debatte an Fahrt auf: Auch SPD und Grüne signalisieren, dass Alleinerziehende stärker unterstützt werden müssen. Die AfD bleibt hingegen beim Fokus aufs klassische Familienbild. Fachleute wie der Deutsche Familienverband fordern seit Jahren eine Reform, weil viele Unterstützungsleistungen für Alleinerziehende im Vergleich zu anderen Familienmodellen zu gering ausfallen oder mit teils undurchsichtigen Antragsverfahren einhergehen. Was politisch am Ende durchsetzbar ist, hängt auch vom Konsens der Bundesländer ab.