Olaf Scholz: Keine Zeit für Merkels Memoiren – Literatur bleibt privat

Bundeskanzler Scholz hat bisher weder Angela Merkels Erinnerungsband „Freiheit“ noch Romane von Robert Habeck gelesen – und gesteht, Literatur eher spontan auszuwählen.

heute 11:47 Uhr | 2 mal gelesen

Wenn man Olaf Scholz fragt, ob er in Angela Merkels neue Autobiografie schon hineingeblättert hat, klingt seine Antwort irgendwie typisch lakonisch: „Noch nicht.“ Nicht einmal die Werke seines Regierungsmitstreiters Robert Habeck hat er je aufgeschlagen („Nein“), gesteht Scholz im Gespräch mit der 'Rheinischen Post'. Warum – das lässt er offen, vielleicht „komme ich ja noch dazu.“ Man erkennt diese Mischung aus Gelassenheit und einer Prise norddeutscher Trockenheit, die Scholz so oft an den Tag legt. Was die eigene Lektüre angeht, gibt der Kanzler noch einen kleinen Einblick in seine Gewohnheiten: „Ich arbeite keine Listen ab, sondern lese spontan, was mir begegnet – manchmal einfach querbeet, angestoßen von Kritiken, manchmal aus purer Neugier.“ Unerwartet persönlich: Als junger Sozialdemokrat, auf dem Weg im Zug nach Bonn, kaufte er sich regelmäßig Science-Fiction-Romane – nicht aus Elitedenken, sondern direkt am Bahnhofskiosk. Es gab eben auch Phasen im Leben, in denen es um schnelles Eintauchen in fremde Welten ging, nicht um berühmte Biografien. Übrigens: Bald spricht Scholz auf der Lit-Cologne über Bücher, die ihn besonders geprägt haben – wer weiß, vielleicht steht Angela Merkel dann doch noch auf seiner Leseliste, irgendwann. Ach ja, und falls jemand darauf wartet, dass der Kanzler demnächst ausführlich über politische Erinnerungswerke oder Romanhelden spricht: Bisher zieht er offenbar das private, kreuz und quer inspirierte Lesen vor.

Olaf Scholz hat sich bislang nicht mit Angela Merkels Memoiren 'Freiheit' beschäftigt und auch Romane von Robert Habeck liegen noch ungelesen auf der Strecke. In Interviews betont er seine Vorliebe für unsystematisches, impulsives Lesen – oftmals inspiriert von Rezensionen oder zufälligen Entdeckungen. Laut aktuelleren Recherchen wurden die Memoiren von Angela Merkel in den Medien kontrovers diskutiert; sie beschreiben persönliche Eindrücke ihrer Amtszeit und setzen sich mit dem Umgang großer Krisen auseinander, was besonders in Feuilletons für Gesprächsstoff sorgt. Merkel selbst äußerte in Interviews, dass sie nicht vorhabe, in eine politische Rolle zurückzukehren, sondern die Zeit nach der Kanzlerschaft für Reflexion und Reisen nutzen wolle (vgl. z.B. Quelle: Süddeutsche). Unterdessen steht Scholz weiter als Politiker und Leser im Rampenlicht und beantwortet Fragen zu Literatur fast schon augenzwinkernd – Zeitdruck und politische Pflichtlektüre scheinen bei seinen Lesegewohnheiten aber keine große Rolle zu spielen.

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