Kopelke bringt es auf den Punkt: Die Ermittlungsarbeit der Polizei versandet gerade in kaum mehr zu bewältigenden Papierbergen bei den Staatsanwaltschaften. Das, so sagt er, sei zermürbend – irgendwie nachvollziehbar, wenn man bedenkt, wie viel Energie in jeden Vorgang gesteckt wird. Die Lösung? Laut Kopelke mehr Personal, bessere Ausstattung und endlich Tempo. 'Wir brauchen sofortige Investitionen, alles andere ist Augenwischerei.' Überhaupt fordert er, dass künftig öfter wirklich Haft angeordnet wird und nicht – wie viel zu oft – mildere Bewährungsstrafen verhängt werden. Das Ziel: Symptome bekämpfen reicht nicht, meint Kopelke, stattdessen brauche es eine konsequente Sanktionskette, damit Kriminalität nicht länger als Kavaliersdelikt abgebügelt wird. Die anstehenden Justizminister, so seine Botschaft, könnten endlich gegensteuern – aber nur, wenn sie sich auch wirklich bewegen. Nicht selten, so lässt sich anmerken, klingt zwischen den Zeilen die pure Frustration über die aktuelle Misere durch. Wer hart arbeitet, will schließlich Ergebnisse sehen – und nicht das Gefühl haben, das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren.
Jochen Kopelke, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, fordert angesichts überlasteter Ermittlungs- und Justizbehörden in Deutschland sofortige Investitionen in Personal und Infrastruktur. Seine Kritik zielt dabei auf die endlosen Bearbeitungszeiten und fehlende Haftplätze, die die Bekämpfung von Kriminalität erschweren. Neuere Berichte verschiedener Medien bestätigen seit Monaten, dass Justiz und Polizei vielerorts an der Belastungsgrenze arbeiten – etwa durch steigende Fallzahlen, eine Flut komplexer Verfahren, und nicht zuletzt durch den Mangel an qualifiziertem Personal und modernen Ressourcen. Hinzu kommt, dass die Zahl der Inhaftierten nach einer längeren Phase der Stagnation wieder steigt, was die Platznot in den meisten Justizvollzugsanstalten verschärft. Die Diskussion um die richtige Balance zwischen effektivem Strafvollzug, Prävention und der Wahrung von rechtsstaatlichen Prinzipien bleibt weiterhin kontrovers.