Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass verkündete Wladimir Putin am Donnerstag einen zeitlich begrenzten Waffenstillstand für die Ostertage – genauer gesagt von 16 Uhr am 11. April bis zum Ende des 12. Aprils. Russische Soldaten, so hieß es offiziell, sollen ihre militärischen Aktionen in dieser Zeit unterbrechen, gleichzeitig aber auf etwaige „feindliche Provokationen“ gefasst sein. Bemerkenswert ist: Auch Präsident Selenskyj hatte zuvor zu einer Feuerpause über die Feiertage aufgerufen, wenngleich in leicht anderer Tonlage.
Interessanterweise gab es ähnliche Initiativen bereits im Vorjahr – mit eher enttäuschendem Ausgang: Beide Seiten beschuldigten sich anschließend gegenseitig, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Was davon diesmal bleibt? Einerseits ist so ein Signal nicht ganz unbedeutend, andererseits: Die Routine der Kriegsführung nimmt immer seltener Rücksicht auf offizielle Ankündigungen.
Das Ganze wirkt ein bisschen wie ein ritueller Akt, vielleicht sogar als diplomatischer Schachzug gen Westen. Selbst wenn für die Bevölkerung eine Atempause möglich scheint, ist schwer zu sagen, wie stark sie sich tatsächlich an den Frontabschnitten auswirkt. Wer weiß – am Ende könnten es eher die politischen Botschaften denn echte Ruhe sein, die im Gedächtnis bleiben.
Putin gibt eine 32-stündige Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest bekannt, beginnend am 11. April um 16 Uhr bis zum Ende des 12. Aprils. Die russische Seite will in dieser Zeit nicht angreifen, droht aber zugleich mit schneller Reaktion bei etwaigen ukrainischen Angriffen. Diese Art von Feuerpause hatte es bereits 2023 gegeben – echte Entspannung brachte das allerdings nicht, denn oft wurden die angekündigten Waffenruhen gebrochen.
Zusatzinfos: In den letzten Stunden wurde aus Kiew berichtet, dass die Ukraine russische Angebote zu einseitigen Waffenruhen kritisch sieht, weil sie als Propagandamanöver für den Westen betrachtet werden (vgl. taz, 11.4.2024). Gleichzeitig gibt es Signale, dass sich die militärische Lage an mehreren Frontabschnitten kurz vor Ostern weiter angespannt hat, ungeachtet offizieller Friedensgesten. Insgesamt fällt internationalen Beobachtern auf, dass die kurzfristigen Feuerpausen kaum zu nachhaltigen Verbesserungen bei der Zivilbevölkerung führen – auch humanitäre Hilfe bleibt an vielen Orten erschwert.