Im Kern ist Deutschlands Politik damit beschäftigt, die Konflikte um die Raffinerie Schwedt in den Griff zu bekommen. Nach wie vor laufen Verhandlungen mit den USA, denn die bestehende (vorübergehende) Ausnahmegenehmigung vom Sanktionsregime gilt nur bis zum 29. April. Unklar bleibt bislang, ob und unter welchen Bedingungen die Produktionserlaubnis verlängert wird – besonders, weil Rosneft als Mehrheitseigner unter verschärfter Beobachtung steht und die energiepolitische Abhängigkeit Ostdeutschlands von Schwedt groß ist. Zu den jüngsten Entwicklungen gehört eine Forderung aus Brandenburg nach klareren Zukunftsperspektiven, während auf Bundesebene Überlegungen im Raum stehen, etwa mit alternativen Beteiligungsmodellen oder Investitionen in grüne Technologien langfristig Planungssicherheit zu schaffen. Nach neuesten Medienberichten gab es zuletzt Verhandlungen hinter verschlossenen Türen mit Energiekonzernen und Bundesfinanzministerium, um im Falle eines US-Vetos schnell Ersatzstrukturen für die regionale Treibstoffbelieferung hochziehen zu können und Versorgungsengpässe zu vermeiden. Aus der Region kommt immer lauter der Ruf nach Transparenz und verbindlichen Zusagen.