Ricarda Lang fordert: Grundnahrungsmittel ohne Mehrwertsteuer

Ricarda Lang, Ex-Vorsitzende der Grünen, drängt auf zügige Maßnahmen zur finanziellen Entlastung der Bevölkerung – insbesondere angesichts steigender Lebensunterhaltskosten.

heute 10:02 Uhr | 5 mal gelesen

Das Portemonnaie der Menschen – daran denkt Ricarda Lang, wenn sie Null-Prozent-Mehrwertsteuer auf Brot, Milch & Co. ins Spiel bringt. "Man merkt es sofort, wenn der Kassenzettel kleiner ausfällt", betonte sie in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Lang legt noch ein paar Bausteine obendrauf: Sie will das Neun-Euro-Ticket zurück – nebst einem Anspruch auf Homeoffice für alle, die vielleicht mit steigenden Spritpreisen kämpfen. Wie? Geldquellen sieht sie in Sondersteuern für Konzerne, die an der aktuellen Lage kräftig verdienen – also vor allem die Ölriesen. Deren Gewinne anzapfen und damit Jobpendler entlasten, das ist der Ansatz. Doch Ricarda Lang klang nicht ganz zufrieden mit der Bundesregierung. Sie sieht die aktuelle politische Reaktion eher als „Flickenteppich“ und warnt: Die wirtschaftlichen Nachwirkungen des Nahost-Konflikts seien eventuell noch gar nicht voll erfasst. Ein spürbar unruhiger O-Ton, fast so, als ahne sie, was da volkswirtschaftlich noch auf uns zukommen könnte...

Ricarda Lang will, dass alle beim Einkauf von Grundnahrungsmitteln wie Obst, Gemüse oder Brot weniger zahlen – dank Null-Mehrwertsteuer. Ihr Forderungskatalog enthält darüber hinaus die Wiedereinführung des populären 9-Euro-Tickets sowie ein verbürgtes Recht aufs Homeoffice, um Mobilitätslasten abzufedern. Die Kosten für diese Entlastungen möchte sie direkt durch eine Übergewinnsteuer gegen Krisenprofiteure – vor allem Ölkonzerne – kompensiert sehen. Neuere Berichte unterstreichen, dass in anderen europäischen Ländern teils schon reduzierte Mehrwertsteuersätze auf Grundnahrungsmittel gelten, um Menschen finanziell zu entlasten und Preisschocks abzufedern. Gleichzeitig warnen Ökonomen vor einer möglichen Verkomplizierung der Steuergesetzgebung durch Ausnahmeregelungen, doch die Notwendigkeit zu handeln, steige laut Verbraucherverbänden täglich. Innerhalb der Ampel-Koalition wird das Thema kontrovers diskutiert: Während grüne und linke Stimmen steuerliche Entlastungen fordern, sehen FDP-Vertreter darin eine Gefahr für Haushalt und Marktmechanismen.

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