Reiche mahnt: Lang andauernder Iran-Konflikt birgt gravierende Risiken für die Wirtschaft

Katherina Reiche (CDU), Deutschlands Wirtschaftsministerin, warnt eindringlich vor den Folgen eines länger anhaltenden Irankriegs für die heimische und internationale Ökonomie.

heute 20:28 Uhr | 3 mal gelesen

Im Gespräch mit dem 'Handelsblatt' betonte Reiche am Freitag: "Wie stark die wirtschaftlichen Auswirkungen ausfallen werden, hängt maßgeblich davon ab, wie lange die Straße von Hormus blockiert bleibt." Gerade weil so viel Unsicherheit im Spiel ist – Unvorhersehbarkeit wirkt bekanntlich wie Sand im Getriebe der Wirtschaft –, wagt sie derzeit keine feste Prognose für die deutsche Wirtschaft. Die Entwicklungen im Iran seien in Bewegung und könnten sich, so ihre Aussage, jederzeit drehen oder weiter zuspitzen. Interessant ist auch, dass Reiche bereit war, einen Teil der deutschen Ölreserve freizugeben – anscheinend weniger für Deutschland selbst, sondern um asiatische Staaten am Weltmarkt zu entlasten. Eine kleine Randnotiz: Deutschland hält keine nationale Gasreserve vor; gerade hier greifen die Preissteigerungen besonders schmerzhaft. Offenbar steht jetzt doch eine Anpassung im Gassektor bevor. "Wir untersuchen im Moment sehr gründlich, welches Notfallinstrument für die Gasversorgung passen könnte", sagte sie und fügte hinzu, dass die Argumente für eine solche Maßnahme immer zwingender werden.

Die angespannte Situation rund um den Iran zeigt, wie verwundbar die globalen Märkte sind – allen voran durch die Gefahr einer Blockade der Straße von Hormus, einer wesentlichen Route für die weltweite Ölversorgung. Reiche setzt darauf, internationale Kooperationen durch die Freigabe nationaler Ölreserven etwas zu stabilisieren, sieht aber beim Thema Gas dringenden Handlungsbedarf, da Deutschland keine eigenen Reserven hält. In der aktuellen Nachrichtenlage werden auch Stimmen aus der Industrie und Politik laut, die auf Alternativen zur bisherigen Import-Abhängigkeit hinweisen, darunter der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien und flexiblere Lieferketten. Nach Recherchen (z.B. taz, Spiegel, Zeit) werden außerdem steigende Energiepreise für Verbraucher und Unternehmen, sowie Unsicherheiten an den Finanzmärkten als zusätzliche Belastung thematisiert. Die Unsicherheit lähmt Investitionsentscheidungen, und die öffentliche Diskussion um staatliche Eingriffe nimmt Fahrt auf. Ob politische Bemühungen, wie von Reiche angekündigt, die Folgen tatsächlich mildern oder nur verschieben, ist durchaus umstritten.

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