Rentenreform in Sicht? Ministerin Bas äußert sich vorsichtig zur Rente mit 63

Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hält Einsparungen im Rentensystem für möglich, betont aber die Notwendigkeit fairer und gerechter Reformen.

heute 09:43 Uhr | 3 mal gelesen

Wenn man Ministerin Bärbel Bas beobachtet, wie sie sich im Fernsehen zu möglichen Reformen bei der Rente mit 63 äußert, spürt man ein leichtes Schwanken zwischen Pragmatismus und Skepsis. Klar, das Thema Rentenalter gleicht einem verfilzten Wollknäuel, das jeden betrifft und niemanden kaltlässt. Besonders auffällig: Bas denkt laut über Einsparpotenziale im Sozialstaat nach, verweist aber gleichzeitig auf die Rentenkommission, deren Bericht für Juni erwartet wird – gar nicht so unwichtig in einer Gesellschaft, die laut ihr 'immer älter' wird. Das klingt alles erstmal nach technokratischem Regierungs-Wortsalat. Doch dann fallen Sätze, die hängen bleiben: 'Bei Geringverdienern ist die Lebenserwartung zurückgegangen', sagt Bas erstaunlich offen. Und dass überwiegend Besserverdienende vom Modell der Rente mit 63 profitieren, bringt eine ganz unerwartete Schieflage ans Licht. Die Kernaussage der Ministerin, irgendwo zwischen nüchtern und nachdenklich: Wenn Reformen, dann müssen sie darauf achten, wer wirklich davon profitiert – und ob die jungen Generationen nicht am Ende draufzahlen. Recht hat sie, und trotzdem bleibt ein Rest Skepsis: Wird am Ende wirklich an den richtigen Stellschrauben gedreht oder bleibt alles beim Alten? Ganz ehrlich, so sicher kann sich da gerade niemand sein.

Bärbel Bas, Bundesarbeitsministerin und Mitglied der SPD, hat in einem aktuellen Interview die Diskussion um mögliche Reformen beim Thema 'Rente mit 63' erneut angestoßen. Sie betont, Einsparpotenzial sehe sie vor allem durch strukturierte Veränderungen, möchte die Reformfrage aber an Prinzipien der Gerechtigkeit knüpfen, insbesondere mit Blick darauf, welche Gruppen von der bestehenden Regelung tatsächlich profitieren. Angesichts steigender Lebenserwartung – aber gleichzeitig sinkender Lebenserwartung bei Geringverdienenden – fordert Bas mehr Differenzierung und verweist auf den kommenden Bericht der Rentenkommission, der im Juni erscheinen soll. Interessant ist, dass aktuelle Debattenmedien auch auf den Druck durch Haushaltsdefizite und den demografischen Wandel eingehen. Laut FAZ und Süddeutscher Zeitung gibt es gegenwärtig in der Ampel-Koalition kontroverse Diskussionen um Sozialausgaben und Rentenreform, wobei auch Stimmen laut werden, die eine Verschärfung der Zugangsvoraussetzungen zur Rente mit 63 anregen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) plädiert gar für eine grundsätzliche Überprüfung von Frühverrentungen, um die Finanzierung des Generationenvertrags zu sichern. Neuere Analysen belegen außerdem, dass der Anteil der Geringverdiener in den Genuss der Rente mit 63 selten kommt, oft aber Konzepte zur Bekämpfung von Altersarmut gefordert werden (vgl. aktuelle Berichte auf www.spiegel.de und www.zeit.de).

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