Signal-Chefin gesteht Schwächen beim Umgang mit Phishing-Attacke ein

Nach den gezielten Angriffen auf prominente Signal-Nutzer gibt die Leiterin des Messenger-Dienstes, Meredith Whittaker, Fehler im Krisenmanagement zu – und kündigt Änderungen für mehr Schutz an.

heute 11:28 Uhr | 3 mal gelesen

„Im Nachhinein betrachtet hätten wir manches wohl klüger anpacken können“, räumt Meredith Whittaker im Gespräch mit dem 'Spiegel' ein. Gleichzeitig unterstreicht sie den fortbestehenden Schutz von Signal und weist zurück, dass das System selbst kompromittiert wurde: Die Verschlüsselung sei weiterhin zuverlässig. Die jüngste Attacke: Durch Phishing wurden gezielt Nutzer ausgespäht, darunter namhafte deutsche Politikerinnen wie Julia Klöckner, Verena Hubertz und Karin Prien – eine Aktion, die Experten russischen Ursprungs zuschreiben. Whittaker verspricht nun Nachbesserungen: Unbekannte Kontakte sollen Warnhinweise auslösen, das Hinzufügen neuer Kontakte wird komplizierter, weitere Maßnahmen stehen bevor. Auf Kritik am spärlichen Krisen-PR reagiert sie mit Selbstkritik – es sei nicht beabsichtigt gewesen, die Verantwortung auf Einzelne abzuwälzen. Schuldzuweisungen lägen ihr fern, dennoch sei das Ziel solcher Angriffe eben oft das Nutzungsverhalten. Über respektlose Kommentare und Häme in sozialen Medien zeigt sie sich wenig überrascht, diagnostiziert aber eine gewisse Überheblichkeit in Teilen der Tech-Community. Zusätzlich fordert Whittaker eine fairere Finanzierung: Während Startups im Sicherheitsbereich abkassieren, werde eine erprobte und für viele wichtige Kommunikations-Infrastruktur kaum gefördert. Gerade Deutschland, das Signal intensiv nutze, sollte hier eine aktivere Rolle in der Unterstützung spielen. Pläne für ein Signal-Verbot sieht sie skeptisch: Sicherheitsprobleme seien prinzipiell bei allen Plattformen gegeben – ein Wechsel käme meist mit noch größeren Risiken.

Nach einer gezielten Phishing-Kampagne gegen mehrere deutsche Spitzenpolitiker und Signal-Nutzer muss Signal-Chefin Meredith Whittaker einräumen: Das Krisenmanagement und die Kommunikation liefen nicht optimal, man hätte aus heutiger Sicht etliches besser machen können. Zugleich bekräftigt sie, dass Signal als Dienst grundsätzlich weiterhin sicher ist und kündigt spürbare Verbesserungen in der Schutzmechanik an, um künftige Angriffe zu erschweren – etwa Warnhinweise bei unbekannten Absendern. Ergänzend fordert Whittaker, auch angesichts wachsender Nutzung im politischen Raum, mehr gesellschaftlichen Rückhalt und Unterstützung für die unabhängige Infrastruktur von Signal, um nicht hinter milliardenschwere, oft weniger sichere Konkurrenzangebote zurückzufallen. Laut neuen Recherchen u.a. bei „Zeit Online“ und „FAZ“ sind die Reaktionen auf die Attacke weiterhin kontrovers: Während manche ExpertInnen die geplanten zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen von Signal begrüßen, bleibt die Debatte über politische Konsequenzen – darunter ein mögliches Verbot von Signal– offen. Internationale Fachportale verweisen zudem darauf, dass gezielte Phishing-Kampagnen weltweit im Zunehmen sind und besonders sensible Nutzergruppen öfter adressiert werden. Es ist festzustellen, dass der Kampf um sichere mobile Kommunikation immer wieder an vermeintlich kleinen Alltagsschnittstellen – Absenderwarnungen, Kontaktkontrolle, Account-Wiederherstellung – entschieden wird.

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