Schuldenbremsen-Reform: Kommission weiter ohne Konsens

Die Reformkommission zur Schuldenbremse, eingesetzt von der aktuellen Regierung, tut sich schwer mit dem Vorankommen. Ein paar Schritte gab es zwar, aber entscheidende Fragen bleiben im Streit. Laut Berichten wurde darüber am Mittwochabend im Koalitionsausschuss nur ein durchwachsener Zwischenstand präsentiert, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Teilnehmerkreise am Freitag meldete.

heute 08:57 Uhr | 2 mal gelesen

Nach den jüngsten Beratungen in der Kommission ist klar: Von einer Einigung sind die Teilnehmenden noch weit entfernt. Es gibt immerhin die Tendenz, die Sonderregelung für Verteidigungsausgaben mittelfristig wieder zu beenden – aber wann und wie schnell das passieren soll, darüber gehen die Meinungen auseinander. Besonders die Unionsvertreter drängen darauf, ab 2030 wieder voll unter die Schuldenbremse zu fallen. Dagegen stemmt sich die SPD, die vor zu drastischen Sparmaßnahmen warnt. Dafür wollen SPD-Vertreter erreichen, dass Investitionen künftig generell von der Schuldenbremse ausgenommen werden, was auf harte Ablehnung bei der Union stößt: Sie fürchten, dass die Schulden dann ungebremst weiter steigen, ohne dass bei Verteidigung gekürzt würde. Außerdem sehen sie Rückschläge aus früheren Reformen, bei denen zugesagte Investitionen zweckentfremdet wurden. Auch ob ein verbindlicher Plan für die Senkung der Staatsverschuldung enthalten sein soll, bleibt offen. Die Kommission plant, ihre Beratungen bis Ende März abzuschließen – ob daraus ein gemeinsamer Vorschlag oder lediglich mehrere Alternativen hervorgehen, ist weiterhin unklar.

Die politische Debatte um die Reform der Schuldenbremse bleibt hochaktuell und sorgt für große Uneinigkeit zwischen den Regierungsparteien. Neben den bekannten Streitpunkten über Verteidigungsausgaben und die Frage, ob Investitionen künftig schuldenfrei finanziert werden dürfen, schwebt auch die Diskussion um die langfristige Finanzierbarkeit der Staatsausgaben über der Kommission – viele fürchten eine Abwertung der Schuldenbremse und das Wiederanwachsen der öffentlichen Verschuldung. Immer wieder melden sich auch Ökonomen und politische Debattierer zu Wort, wobei Stimmen aus der Wissenschaft warnen, dass eine zu starre Schuldenbremse möglicherweise wichtige Zukunftsinvestitionen verhindert, während Kritiker genau das Gegenteil befürchten: eine Aufweichung fiskalischer Disziplin. Neuere Analysen in Medien wie Die Zeit, FAZ oder Der Spiegel betonen zudem die Herausforderungen durch hohe Zinsen, den Verteidigungsbedarf im Zuge des Ukrainekriegs und die Kosten der Energiewende, die das Thema noch brisanter machen. Nach aktuellem Stand ist völlig offen, ob und wie sich die Kommission noch auf einen einheitlichen Vorschlag einigen kann.

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