Siemens: KI keine Bedrohung fürs Kerngeschäft, meint Noch-Finanzchef

Ralf Thomas, der ausscheidende Finanzvorstand bei Siemens, bleibt gelassen: Künstliche Intelligenz werde das Geschäftsmodell des deutschen Technologiekonzerns nicht so rasch ins Wanken bringen – meint er jedenfalls.

heute 11:30 Uhr | 5 mal gelesen

Es stellt sich ja immer wieder die gleiche Frage: Bedroht KI nun Arbeitsplätze und Geschäftsmodelle wie ein Tsunami, oder ist alles halb so wild? Siemens-Finanzchef Ralf Thomas gibt sich jedenfalls betont entspannt. 'Was wir tun, entsteht aus kreativen Prozessen und ist eben nicht nur das Zusammenklauben von bekanntem Wissen', meint er, und spart nicht mit einem Seitenhieb auf den Hype rund um KI. Die Entwicklung neuer Halbleiter bleibt menschliches Handwerk – oder vielleicht eher menschliche Findigkeit –, zumindest fürs Erste. Die Software-Übernahmen der letzten Jahre? Laufen, sagt Thomas, ziemlich nach Plan, und bringen Wert ins Unternehmen. Akquisitionen seien eben keine Garantien, aber Siemens will weiter zukaufen – der Appetit scheint ungetrübt. Und zum Schluss noch ein personeller Wechsel: Thomas gibt offiziell am 1. April sein Ressort an Veronika Bienert ab. Ironisch eigentlich, dass so ein Wechsel ausgerechnet am 1. April passiert. Aber das ist jetzt wirklich kein Aprilscherz.

Siemens sieht sein Kerngeschäft, vor allem im Bereich industrieller Software und Automatisierung, auch langfristig nicht durch den Siegeszug von Künstlicher Intelligenz gefährdet. Der scheidende Finanzvorstand Ralf Thomas betont, dass Siemens in seinen Prozessen vor allem auf kreative und innovative Lösungsfindung setzt – etwas, das aktuelle KI-Systeme noch nicht wirklich leisten können. Inzwischen setzt Siemens weiter auf Akquisitionen im Technologiesektor und sieht die bisherigen Zukäufe als wertsteigernd, während die Nachfolgerin Veronika Bienert neue Impulse setzen soll. Übrigens wurde in den letzten Tagen auch berichtet, dass Siemens an neuen Partnerschaften mit Tech-Unternehmen arbeitet, um KI gezielt als Werkzeug einzusetzen – beispielsweise im Bereich 'Digital Industries' und bei nachhaltiger Produktion. Die Haltung des Managements bleibt pragmatisch: KI ist Werkzeug, kein Ersatz. Laut aktuellen Berichten haben auch andere deutsche Industriegiganten begonnen, KI-Anwendungen vor allem ergänzend einzusetzen – zum Beispiel bei der Optimierung von Lieferketten oder bei Energieeffizienz-Projekten.

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