Die bayerische Landesregierung setzt sich, so Söder, aktuell besonders in Berlin für Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ein. Zusammen mit Baden-Württemberg fordert Bayern, dass das Gesetz gründlich angepasst wird. Laut Söder sei bei den Genehmigungen ein echter Aufschwung gelungen – doch würde das bisher kaum bei der Vergabe der Bundeszuschläge für Windkraftanlagen berücksichtigt. Er äußerte Unverständnis darüber, dass rund 700 genehmigte Windräder in Bayern in den Startlöchern stehen, aber durch die momentanen EEG-Verfahren keinen Zuschlag der Bundesnetzagentur bekommen. Die Vergabe läuft über ein bundesweites Auktionssystem: Wer am günstigsten Strom produziert, gewinnt. Theoretisch klingt das sinnvoll, praktisch führt es aber dazu, dass gerade Norddeutschland – wo reichlich Wind weht – wirtschaftlich im Vorteil ist und Projekte aus Bayern oder Baden-Württemberg hinten runterfallen. Deshalb fordern die südlichen Bundesländer nicht nur mehr Ausschreibungen, sondern auch eine klar definierte Südquote von 20 Prozent. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) begegnet dieser Idee allerdings mit Vorsicht; in ihrem Ministerium wird aktuell an einer EEG-Reform gearbeitet. Das Tauziehen geht also weiter.
Der Kern des Streits liegt im bundesweiten Wettbewerb um Zuschläge für Windkraftanlagen, bei dem süddeutsche Regionen wie Bayern durch weniger Wind und daher höhere Kosten benachteiligt sind. Ministerpräsident Söder sieht in der bisherigen Vergabepraxis trotz bayerischer Fortschritte erhebliche Nachteile und fordert deshalb eine Südquote, um mehr regionale Ausgewogenheit beim Ausbau erneuerbarer Energien zu erreichen. Nach neuesten Berichten und Stimmen aus Politik und Wirtschaft bleiben die Fronten gespalten: Während Bayern und Baden-Württemberg auf feste Quoten bestehen, sieht das Bundeswirtschaftsministerium das Risiko, dass der Ausbau insgesamt teurer und weniger effizient werden könnte. Laut Analysen von Energieexperten würde eine Südquote zwar regional Schwung bringen, könnte aber langfristig die bundesweiten Klimaziele behindern, falls Ressourcen nicht bestmöglich verteilt werden. Der Diskurs um die EEG-Reform verdeutlicht nicht nur die politischen Gegensätze, sondern spiegelt auch die wachsenden Zielkonflikte zwischen Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Kosten wider.