Söder stellt sich hinter die Reformpläne der Ampel-Regierung

Markus Söder, der Chef der CSU, bezieht Stellung zum aktuellen Reformbündel der Bundesregierung.

heute 09:44 Uhr | 4 mal gelesen

Aus Sicht von Markus Söder zeigt sich bei den aktuellen Reformvorhaben: Die politische Mitte kann durchaus noch agieren, auch wenn das meist eher durch ein Puzzle an kleineren Beschlüssen statt durch revolutionäre Würfe geschieht. Im Gespräch mit dem 'Spiegel' sagt Söder, Koalitionen zeichneten sich durch beharrliche, kleinteilige Veränderungen aus, nicht durch das große Knallbonbon. Die Marschrichtung solle beibehalten werden, meint er. Erwartungsfroh gibt sich der bayerische Landesvater dennoch nicht – kurzfristige Wunder seien von dem Maßnahmenpaket kaum zu erwarten. Die Wirkung entfalte sich wohl erst schrittweise, langfristig dürfen sich die Deutschen aber Hoffnung auf bessere Wirtschaftsdaten machen.

Mit ernster Miene verweist Söder darauf, dass das Land seit Langem durch stürmische Zeiten steuert. Deutschland leidet, nach seinen Worten, an einer andauernden Krise, die vielschichtige Ursachen kennt: Corona-Lockdowns, Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine, Zollforderungen aus den USA unter Trump, und zuletzt der eskalierende Konflikt Iran-Israel mitsamt einer energiepolitischen Erschütterung. Kein Wunder – so Söder – dass ein Gefühl der Unsicherheit das Land durchzieht.

Stichwort Krankenstand: Auch zur geplanten Verschärfung bei der Krankschreibung meldet sich Söder zu Wort. Klar sei, Deutschland verzeichnet ungewöhnlich viele Fehltage im Vergleich zu anderen Ländern Westeuropas, obwohl die Gesundheit der Menschen auf hohem Niveau sei. Das System der telefonischen Krankschreibung habe in der Corona-Zeit seine Berechtigung gehabt, doch inzwischen sei es Zeit für eine Rückkehr zu früheren Regeln.

Söder sieht die Reformen der Ampelregierung als notwendigen, wenn auch langsamen Schritt nach vorne. Er kritisiert, dass Deutschland im internationalen Vergleich an Boden verloren hat und politische Extreme Zulauf erhalten – eine Entwicklung, die ihre Wurzeln in zahlreichen Krisen der letzten Jahre hat, von der Pandemie bis zu geopolitischen Konflikten. Bei der Krankschreibung befürwortet er eine Rückkehr zur ursprünglichen Praxis, nachdem die Regeln in der Pandemiezeit gelockert wurden.

Neuste Berichte zeigen, dass die Bundesregierung derzeit besonders unter Druck steht, um Reformen in Rente, Steuer und Gesundheit möglichst gerechter zu gestalten. Die Diskussion um den Wirtschaftsstandort Deutschland ist dabei von Sorge, aber auch von vorsichtiger Hoffnung geprägt: Viele Unternehmer und Experten fordern eine Entbürokratisierung und flexiblere Rahmenbedingungen. Im Kontext europaweiter Debatten rund um Arbeitsausfälle und Gesundheitssysteme wird Deutschlands Rückkehr zu strengeren Krankschreibungsregeln zwiespältig gesehen – einige Stimmen warnen vor zusätzlicher Belastung für Praxen, andere halten sie für überfällig und sinnvoll.

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