Eigentlich war der Tankrabatt nur als temporäre Hilfe gedacht, um in turbulenten Zeiten schnell zumindest ein bisschen Entlastung zu bringen – mehr sollte es nicht sein. SPD-Fraktionsvize Armand Zorn betonte gegenüber der 'Welt', dass die Aktion ihr Ziel schon erfüllt habe: 'Eine schnelle, wenn auch befristete Entlastung.‘ Weiter verlängern möchte die SPD sowieso nicht – zu teuer, zu wenig treffsicher, so der Tenor. Mit einem Augenzwinkern meinte Zorn zudem, dass am Ende sogar Fahrer dicker Schlitten wie Porsche mehr profitieren als Otto-Normalverbraucher. Ähnlich sehen das andere: Katharina Dröge von den Grünen stört vor allem, dass Mineralölkonzerne vom Rabatt besonders profitieren, während echte Alternativen aus ihrer Sicht fehlen. Und Janine Wissler von der Linken hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg: Von Anfang an war der Tankrabatt ihrer Ansicht nach das falsche Werkzeug gegen riesige Preissprünge an der Zapfsäule. – Die AfD sieht das dagegen ganz anders. Wirtschaftsfachmann Leif-Erik Holm findet, an zu hohen Spritpreisen würde sich eh kaum was ändern, solange der Staat weiter zur Hälfte mitverdient – und der Tankrabatt sei daher dringend nötig. Für ihn sind ein paar Monate Unterstützung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein; er fordert eine dauerhafte Senkung und bringt die Tabaksteuer als kuriosen Vergleich ins Spiel: Die wird schließlich auch nicht nach kurzer Zeit wieder runtergeschraubt.
Die Debatte um den Tankrabatt ist ein Paradebeispiel für politische Grabenkämpfe: Während SPD, Grüne und Linke die Maßnahme für zu teuer, ineffizient und sozial ungerecht halten, pocht die AfD auf eine dauerhafte Entlastung der Autofahrer – mit Verweis darauf, dass der Staat selbst massiv am Tank mitkassiert. In den vergangenen Tagen haben verschiedene Wirtschaftsexperten darauf hingewiesen, wie schwierig es ist, mit pauschalen Rabatten wirklich Bedürftige gezielt zu unterstützen. Laut aktuellen Berichten ist der Tankrabatt in der Praxis häufig nicht komplett bei den Konsumenten, sondern stattdessen teils als Zusatzgewinn bei Mineralölunternehmen gelandet. Laut einer neuen Studie der Universität Mannheim, die in mehreren Leitmedien zitiert wurde, wurde mehr als ein Drittel des Rabatts nicht an die Endverbraucher weitergegeben. Unterdessen ist die Diskussion um weiter steigende Preise für Energie und Mobilität weiter in vollem Gange.