Stagnation prägt weiterhin den Arbeitsmarkt – IAB-Analyse gibt wenig Hoffnung

Nach monatelanger Talfahrt verzeichnet das Barometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung einen zaghaften Anstieg. Optimismus? Fehlanzeige. Die Aussichten bleiben getrübt.

heute 10:59 Uhr | 2 mal gelesen

Schon wieder eine kleine Zitterpartie auf dem deutschen Arbeitsmarkt – das IAB meldet für Mai einen minimalen Anstieg seines Frühindikators um winzige 0,1 Punkte auf jetzt 99,6. Klingt nicht gerade nach Aufbruch, eher nach Durchschnaufen. Die Prognose für Beschäftigung hierzulande dümpelt mit exakt 100,1 ebenfalls um die unscheinbare Null-Linie. Freude kommt da wenig auf. Die Wahrheit ist: Die Tendenz bleibt verhalten, vor allem weil die Industrie weiterhin unter heftigen Jobverlusten leidet. Es gibt also zwar keine Panic, aber Euphorie sieht anders aus. Auch der Wert zur erwarteten Arbeitslosigkeit verbessert sich bloß minimal: Plus 0,1 Punkte – macht nun 99,0. Immer noch ziemlich trübe Aussichten. Enzo Weber vom IAB bringt es auf den Punkt: 'Kein Crash, aber auch kein Befreiungsschlag. Mehr Dynamik, mehr neue Stellen wären nötig, damit sich was tut.' Interessant: Das europäische Arbeitsmarkt-Barometer steht seit Mai unbeirrt auf 100,1 – auch da zeichnet sich keine richtige Richtung ab. Ölpreisschocks, kleine Aufwärtsmomente, das alles kippt sich gegenseitig weg. Stagnation, wohin man auch schaut.

Das deutsche Arbeitsmarktbarometer bleibt im Mai weiterhin schwach, legt aber minimal zu – die Arbeitslosenaussichten bessern sich ebenfalls kaum. Hauptproblem bleibt die schwächelnde Industrie, deren Personalabbau den Gesamttrend dominiert. Im europäischen Vergleich steht Deutschland nicht alleine mit diesen Schwierigkeiten da: Auch bei unseren Nachbarn fehlen spürbare Impulse, wie das europäische Barometer belegt. Laut aktuellen Recherchen auf taz.de leidet die deutsche Wirtschaft weiterhin unter Auftragsflauten, was besonders im verarbeitenden Gewerbe zu Unsicherheit bei Neueinstellungen führt. Auf spiegel.de wird diskutiert, dass Insolvenzen und die schleppende Konjunktur sich auch auf Zeitarbeit und prekäre Beschäftigungsverhältnisse auswirken. Die Süddeutsche berichtet, dass insbesondere Jugendliche und ältere Arbeitnehmer aktuell Schwierigkeiten haben, passende Jobs zu finden und die Politik wenig neue Impulse für den Arbeitsmarkt setzt.

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