Bilger kritisiert, dass trotz einiger Reformen die bisherige Wirtschaftspolitik der Bundesregierung nicht ausreiche, um das Wachstum in Deutschland entscheidend voranzubringen. Seine Forderungen lassen sich auf drei klassische Problemfelder herunterbrechen: Entlastung bei Energie und Arbeit, Abbau lähmender Vorschriften. Interessanterweise resoniert Bilgers Ansatz mit aktuellen Diskussionen in politischen und wirtschaftlichen Kreisen – etwa der neuen Eskalation der Wettbewerbsdebatte in Europa, wo auch Länder wie Frankreich und Italien ähnliche Sorgen über hohe Standortkosten und Überregulierung äußern. Recherchen zeigen, dass insbesondere die jüngsten Zahlen zum Wirtschaftswachstum vielen Analysten Anlass zur Sorge geben: Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte zuletzt, die Rezessionsangst wächst und der Investitionsrückstand im Industriesektor bleibt eines der Top-Themen. Zudem ist in der öffentlichen Diskussion ein Riss zwischen den kurzfristigen Entlastungsmaßnahmen und dem Wunsch nach strukturellen, langfristigen Reformen deutlich spürbar. Die Dringlichkeit, die Bilger betont, wird aktuell auch von Industrieverbänden und Gewerkschaften geteilt. Auf europäischer Ebene wird gerade intensiv diskutiert, wie Bürokratieabbau und gezielte Subventionen der Wettbewerbsfähigkeit neuen Schwung geben könnten. Zugleich warnen Wirtschaftsexperten aber auch vor Aktionismus: Ohne eine echte Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Wirtschaft drohe das Verharren im Klein-Klein der Einzellösungen.