Florian Köbler von der DSTG findet zwar: Ein digitaler Kassenbeleg? Eigentlich schon längst überfällig. Aber: Die Abschaffung oder Aufweichung der derzeit geltenden Bonpflicht ohne zugleich deutlich strengere Vorgaben für Registrierkassen – das gehe für ihn gar nicht. Die Reihenfolge mache alles kaputt. Der Minister will erst lockern und dann irgendwann eine Kontrollpflicht nachschieben – das sorge nicht nur für Verwirrung, sondern öffne auch Tür und Tor für kreative Kassenpräsentation. Köbler brachte es salopp auf den Punkt: "Erst schickt man den Wachmann nach Hause und überlegt dann, wie man die Tür sichert." Das spiele den Falschen in die Karten. In Betrieben, die ohnehin auf Bargeld setzen, bestehe so die akute Gefahr, dass Steuerehrlichkeit weiter ins Hintertreffen gerät – während der Arbeitnehmer mit jeder Abrechnung Lohnsteuer zahlt, kann beim Nachbarn das Bargeld womöglich immer noch am Fiskus vorbeirauschen – ganz klassisch, irgendwo in einer unscheinbaren Pappschachtel versteckt. Gerade hier sieht Köbler Handlungsbedarf: "Schützenswert sind nicht die Schummler, sondern die Unternehmen, die sich an die Regeln halten." Will heißen, eine Lockerung sollte, wenn überhaupt, mit einer zertifizierten, technisch manipulationssicheren Kassenpflicht gekoppelt werden – und zwar umfassend. Auch hält die DSTG die geplante Umsatzgrenze von 100.000 Euro für zu hoch – ein Blick nach Österreich zeige, dass es strenger geht. Am Ende fordert Köbler weniger Nachsicht und mehr Konsequenz für Deutschland.
Die Diskussion um die Bonpflicht ist in vollem Gange: Während die Bundesregierung unter Lars Klingbeil ihre Lockerung anstrebt, warnt die Deutsche Steuer-Gewerkschaft vor zu schnellen Schritten und sieht die Gefahr steigender Steuerhinterziehung, insbesondere im Bargeldsektor. Neuere Stimmen aus der Politik betonen die Notwendigkeit, Modernisierungen wie digitale Belege einzuführen, gleichzeitig werden aber weiterhin effektive Kontrollen gefordert, um Missbrauch zu verhindern. Branchenvertreter und Kritiker wie die DSTG sehen gerade kleine Betriebe und das Gastgewerbe als besonders anfällig für Manipulationen, sobald Kontrollmechanismen fehlen; sie fordern eine parallele Einführung manipulationssicherer Registrierkassen, um den staatlichen Einnahmenverlust zu verhindern. Laut aktuellen Presseberichten nahm insbesondere der Verband der Steuerberater die Pläne kritisch auf, während das Bundesfinanzministerium auf einen Bürokratieabbau abhebt. Österreich, das schon seit Jahren strengere Vorgaben umsetzt, wird häufig als positives Beispiel genannt. Die Diskussion gewinnt vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung und der Suche nach mehr Steuerfairness in Europa weiter an Fahrt.