Sopra Steria startet Kooperation mit Delos Cloud: Digitale Souveränität im Visier

Hamburg – Der IT-Dienstleister Sopra Steria hat eine strategische Zusammenarbeit mit der Delos Cloud GmbH vereinbart. Damit eröffnet sich für öffentliche Verwaltungen eine neue Option für datensichere Cloudlösungen. Sopra Steria will mit dieser Partnerschaft Behörden gezielt beim Schritt in souveräne Cloud-Infrastrukturen begleiten.

heute 12:00 Uhr | 3 mal gelesen

Delos Cloud, ein Unternehmen unter dem Dach von SAP, bietet auf Microsoft-basierten Hyperscaler-Technologien eine neutrale Cloud-Plattform – betrieben ausschließlich von in Deutschland sicherheitsüberprüftem Personal. Das System erfüllt die strengen BSI-Anforderungen und gilt als tragende Säule der deutschen Verwaltungs-Cloud-Strategie. Mit dem Start des Delos-Partnerprogramms werden 15 Unternehmen, darunter Sopra Steria, zu offiziellen Partnern ernannt – eine Entscheidung, die durchaus als Zeichen einer schrittweisen Öffnung des öffentlichen Sektors für moderne IT-Technologien verstanden werden kann. "Digitale Souveränität ist für Verwaltungen heutzutage kein bloßes Schlagwort mehr – es ist eine echte Voraussetzung für Handlungsfähigkeit", zeigt sich Ron de Jonge, zuständig bei Sopra Steria für öffentliche Auftraggeber, überzeugt. Die Partnerschaft erweitert die bereits bestehende Kooperation mit SAP, die vor einiger Zeit auf der Münchner Sicherheitskonferenz ihren Anfang nahm. Dort wurde die sogenannte SAP Sovereign Cloud ins Leben gerufen – eine Infrastruktur, bei der Datenschutz und rechtliche Hoheit Priorität haben. "Wir stärken mit Delos Cloud unser Netzwerk an Partnern gezielt im Bereich öffentliche Verwaltung – dort, wo Vertrauen und Erfahrung zählen", so Darius Selke, verantwortlich für die Entwicklung des Geschäfts in Deutschland und Österreich. Behörden profitieren künftig von einer Cloud-Plattform, die sowohl Microsoft-Lösungen wie Azure und Office 365, aber auch Open-Source-Anwendungen und spezialisierte Verwaltungsverfahren abbildet. Öffentliche Institutionen behalten die Datenhoheit und können trotzdem die Flexibilität der Cloud nutzen. Dr. Carsten Jürgens von Sopra Steria hebt hervor: "Wir ermöglichen es der Verwaltung, moderne M365- und Azure-Services sicher, nachvollziehbar und effektiv einzusetzen – das beschleunigt die Digitalisierung der Behördenarbeit spürbar." Über Sopra Steria: Der europaweit agierende IT-Konzern beschäftigt rund 51.000 Menschen, die quer durch gut 30 Länder verteilt sind. Sopra Steria vereint Beratung, IT-Dienstleistungen und passgenaue Software-Lösungen. Mit Fokus auf den Menschen und einer ziemlich bodenständigen Haltung prägt der Konzern die Digitalisierung bei seinen Kunden – zuletzt wurde ein Umsatz von 5,6 Milliarden Euro vermeldet. Mehr unter: www.soprasteria.com.

Sopra Steria baut seinen Einfluss im öffentlichen IT-Sektor durch die Bündelung mit Delos Cloud weiter aus, wobei die Public-Cloud-Lösung insbesondere durch ihre Erfüllung deutscher Datenschutz- und Sicherheitsauflagen punkten will. Regierungsbehörden erhalten Möglichkeiten, sensible Prozesse teils unabhängig von außereuropäischen Hyperscalern zu betreiben – rechtlich brisant bleibt dabei, inwieweit eine Microsoft-Basis wirklich volle Souveränität zulässt. Im aktuellen Kontext des Digitalisierungsdrucks in deutschen Behörden wird dieser Schritt als pragmatischer, aber auch als heikles Abwägen zwischen Innovationswunsch und Kontrollbedürfnis diskutiert. Aktuell suchen verschiedene deutsche Ministerien verstärkt nach praktikablen Cloud-Alternativen – und die Konkurrenz zwischen Anbietern wie Delos Cloud, Google oder AWS spitzt sich zu. In mehreren aktuellen Artikeln (siehe unten) wird zudem auf die europäischen Bemühungen, eigene „souveräne Clouds“ zu forcieren, das geopolitische Spannungsfeld mit US-Anbietern und die Schwierigkeiten in der Umsetzung komplexer Cloud-Projekte für die Verwaltung eingegangen.

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