"Wir sind uns der Verantwortung in der aktuellen Situation sehr bewusst," äußerte Strack-Zimmermann am Dienstag gegenüber dem "Spiegel". Nach der Wahl in Baden-Württemberg hätten sie und Kubicki sich zu diesem Thema telefonisch kurz abgestimmt. Interessant sei für sie die unterschiedliche Ansprache der beiden an verschiedene Schichten der Wählerschaft – für Strack-Zimmermann geradezu das entscheidende Argument für eine solche Zusammenarbeit. Sie betonte außerdem, dass von außen oft der Eindruck entstünde, sie könnten sich nicht ausstehen – was sie für völlig abwegig hält. Kubicki hingegen hatte bislang abgewinkt und kein Interesse an einer gemeinsamen Doppelspitze mit Strack-Zimmermann gezeigt, ließ aber Interpretationsspielraum für spätere Entscheidungen offen. Respekt sei in jedem Fall Teil des Umgangs miteinander. Offen bleibt für Strack-Zimmermann ebenfalls eine Team-Lösung mit FDP-Vize Henning Höne, den sie sowohl schätzt als auch für seine politische Reife würdigt. Teamwork sei allerdings mehr als eine zufällige Konstellation von Namen, es gehe immer auch um Grundvertrauen und den Willen zur echten Zusammenarbeit. Besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Vertrauenskrise der FDP hält sie junge Führungspersönlichkeiten wie Höne für perspektivisch bedeutend.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann bringt sowohl eine Doppelspitze mit Wolfgang Kubicki als auch mit FDP-Vize Henning Höne ins Spiel. Hintergrund ist nicht nur die Führungsfrage in der Partei, sondern vor allem der Wunsch nach Zusammenhalt und glaubwürdigem Neuanfang innerhalb der FDP, die aktuell mit massiven Vertrauensverlusten ringt. Strack-Zimmermann hebt hervor, wie wichtig sowohl die politische Erfahrung etablierten Führungspersonals als auch das frische Profil jüngerer Parteiakteure ist – eine Balance, die in der aktuellen politisch angespannten Lage entscheidend sein könnte. In den letzten Tagen berichteten mehrere Medien darüber, wie die FDP ihren Führungsstreit öffentlich austrägt und insbesondere nach den herben Wahlniederlagen in jüngerer Vergangenheit nach Lösungen sucht. Interessant sind dabei die unterschiedlichen Strategien in Bezug auf Doppelspitzen und Generationenwechsel: Während Strack-Zimmermann offen für verschiedene Konstellationen ist, zeigen sich andere Parteiflügel zögerlicher. In aktuellen Analysen (z.B. in der SZ, ZEIT, und bei der FAZ) wird die FDP als Partei beschrieben, die sich angesichts der aktuellen Herausforderungen zwischen innerer Neuaufstellung und traditioneller Führungssuche bewegt.