Nach Auszählung der ersten Stimmen zur Parlamentswahl in Dänemark deuten die Zahlen darauf hin, dass die Sozialdemokraten auf rund 34 der 179 Sitze im Folketing kommen – das sind immerhin 16 weniger als bisher, aber noch immer die höchste Einzelzahl. Zusammengenommen mit ihren Verbündeten (Sozialistische Volkspartei, Radikale Linke, Einheitsliste und Alternative – allesamt im 'roten Block') ergibt sich eine knappe Vormachtstellung mit 83 Sitzen. Dem gegenüber steht der sogenannte 'blaue Block': Parteien wie Liberale Allianz, Venstre, Dänendemokraten, Konservative Volkspartei, Dänische Volkspartei und Bürgerpartei bringen es auf etwa 78 Mandate. Überraschenderweise könnte den Moderaten mit bislang geplanten 14 Sitzen am Ende die Rolle des Königsmachers zufallen. Dabei sind übrigens die vier Sitze der Färöer-Inseln und Grönland traditionell noch nicht in den Hochrechnungen berücksichtigt. Bemerkenswert: Alle Parteien der aktuellen Minderheitsregierung mussten Federn lassen – besonders Venstre und die Moderaten verlieren, wenngleich die Dänische Volkspartei, erstaunlicher Weise, deutlich zulegt. Man könnte fast sagen: Altbekannte Verhältnisse auf dänische Art, aber eben doch ein paar verschobene Gewichte.
Die dänische Parlamentswahl markiert ein enges Rennen zwischen den politischen Lagern, wobei die Sozialdemokraten trotz deutlicher Sitzverluste als stärkste Kraft hervorgehen. Der rote Block bleibt insgesamt knapp vorne, doch durch den Sitzverlust vieler Regierungsparteien wird die Bildung einer stabilen Regierung komplexer. Besonders bemerkenswert ist das Wiedererstarken der Dänischen Volkspartei, die ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Wahl fast verdoppelt. Laut Medienberichten (u.a. DR, Berlingske) herrscht in Dänemark nach dieser Wahl eine neue Zurückhaltung bei Koalitionszusagen, da viele Parteien für flexiblere Allianzen offen sind. Zudem stand der Wahlkampf unter dem Eindruck sozialstaatlicher Fragen, Immigration und der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen, wovon rechte Parteien in gewissem Maße profitieren konnten. Die Regierungskonstellation bleibt damit offen, zumal die Stimmen der Färöer und Grönländer bei den letzten Koalitionen immer wieder eine überraschende Rolle gespielt haben.