Streit um angebliche Gaslieferungen an die Ukraine – Wadephul kontert Weidel scharf

CDU-Außenminister Johann Wadephul reagiert empört auf Behauptungen der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel, Deutschland verschicke knapper werdendes Gas an die Ukraine. In deutlichen Worten weist er die Vorwürfe als gezielte Desinformation zurück.

heute 20:37 Uhr | 4 mal gelesen

Manchmal fragt man sich wirklich, wie weit politische Debatten noch gehen sollen. „Es ist schamlos, wie dreist Frau Weidel die Deutschen hier belügt“, polterte Johann Wadephul (CDU) in einem Statement gegenüber der "Bild"-Zeitung. Hintergrund ist die Behauptung von Alice Weidel (AfD), nach der angeblich große Mengen deutschen Gases zurzeit statt für die hiesige Bevölkerung in die Ukraine geleitet würden – obwohl die Speicherwerte niedrig seien. Wadephul lässt daran kein gutes Haar und wirft der AfD neben gezielter Lüge auch vor, russlandfreundliche Propaganda zu betreiben. Der Gedanke, dass politische Lager hierzulande derart auseinanderdriften, ist nicht neu – nur die Vehemenz überrascht dann doch immer wieder. Auch aus dem Bundeswirtschaftsministerium kam umgehend ein Dementi: Nach offizieller Darstellung werden – entgegen Weidels Aussagen – keine von der Regierung organisierten deutschen Gaslieferungen an die Ukraine durchgeführt. 'Deutschland liefert' sei irreführend, erklärte eine Sprecherin, es handele sich lediglich um internationale Handelsströme der Privatwirtschaft. Übrigens: Der Füllstand der deutschen Gasspeicher ist laut Bundesnetzagentur derzeit bei etwa 20,7% – weniger als in den Nächten der Vorjahre, ja. Aber auch mit deutlich flexibleren Bezugsquellen, etwa aus Norwegen und via LNG-Terminals. Das Bild ist komplexer als schnelle politische Parolen suggerieren. Ehrlich gesagt: Wer will, der erkennt die Zusammenhänge. Wer nicht will, macht Politik mit Angst und Halbwahrheiten.

Die Debatte um angebliche deutsche Gaslieferungen an die Ukraine entzündet sich an Äußerungen der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel, die behauptet, immer noch bestehende, aber knappe Gasspeicher würden für Lieferungen nach Kiew geleert. CDU-Politiker Johann Wadephul widerspricht entschieden und wirft Weidel gezielte Falschdarstellung und prorussische Erzählweise vor – inhaltlich erhält er dabei Rückendeckung vom Bundeswirtschaftsministerium, das betont: Es gibt keine staatlich gesteuerten Gasexporte ins Kriegsgebiet. Die aktuelle Gasversorgungslage in Deutschland ist zwar angespannter als in den letzten Jahren, trotzdem bleibt die Versorgung laut Fachbehörden aufgrund neuer Bezugsquellen wie norwegischen Pipelines und LNG-Terminals gesichert. Erweiterte Recherche zeigt, dass der Austausch über solche Gasströme besonders in Energiekrisenzeiten politisch aufgeladen ist. Nach aktuellen Berichten der "Zeit" bleibt die Debatte über die Ausrichtung der Energiepolitik heikel. Während die Versorgungslage unter Beobachtung steht, gibt es keine Hinweise auf kritische Versorgungslücken – Deutschland importiert inzwischen flexibel über verschiedene Wege, insbesondere aus Norwegen sowie durch verstärkten LNG-Einsatz. Auch die Bundesnetzagentur bestätigt: Die Füllstände sind niedriger, aber im Vergleich zur gesunkenen Nachfrage und dem veränderten Verbrauchsverhalten immer noch im Rahmen der erwarteten Entwicklung (vgl. aktuelle Energiemonitorings). Politische Akteure mahnen derweil zur Besonnenheit und warnen davor, Energiepolitik durch Desinformation zur Verunsicherung zu missbrauchen.

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