Manchmal fragt man sich ja, wie aus scheinbar gut geplanten Baustellen am Ende immer halbe Kathedralen voller Rechnungen werden. Genau das bahnt sich gerade im Berliner Regierungsviertel an. Der Luisenblock Ost 1, also dieses riesige Parlamentsgebäude direkt an der Spree, kommt möglicherweise viel teurer als errechnet. Viel mehr. Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) ließ im Gespräch mit dem 'Spiegel' durchblicken, dass mit über einer Milliarde Euro zu rechnen ist – fast ein Schnappatmungs-Moment, wenn man bedenkt, dass die Schätzungen mal bei "knapp 900 Millionen" lagen. Und das Schlimmste: Noch längere Diskussionen und Verzögerungen treiben die Rechnung nur weiter in die Höhe.
Natürlich betont Nouripour, der als Vorsitzender der Baukommission seines Parlaments gilt, die Notwendigkeit des Baus – Arbeitsfähigkeit zählt schließlich. Aber: So richtig erklären, warum diese Bauten in so schwindelerregende Höhen klettern, bleibt schwierig. Klar ist für ihn aber auch, dass nach dem Luisenblock Ost 2 Schluss sein muss mit derlei Megaprojekten. Danach sei nur noch Sanierung angesagt, sagte er sinngemäß. Was fast absurd sachlich wirkt, wenn man auf die wuchernden Kosten schaut und bedenkt, wie marode an vielen Ecken das Bundestags-Ensemble ohnehin schon ist. Man fragt sich fast zwangsläufig, ob das nicht auch ein Thema ist, das weit über Bauzäune und Bundestagsgänge hinaus zu Debatten führen wird.
Nicht zum ersten Mal sorgt ein großes Bundesbauprojekt in Berlin für Schlagzeilen, diesmal trifft es das parlamentarische Herz der Republik. Der Luisenblock Ost 1 droht – Stand jetzt – die Milliarden-Marke zu reißen, obwohl ursprünglich knapp 900 Millionen eingeplant waren. Laut Omid Nouripour (Grüne) gibt es kaum einen Ausweg: Verzögerungen machen's teuer, wirkliche Einsparungen schwer, und abgesehen von funktionalen und sicherheitstechnischen Details will niemand Abstriche machen. Kurios am Rande: Gerade im Bundestag, der eigentlich mit Weitsicht plant, scheinen klassische Bauproblemchen wie Preissteigerungen und Verzögerungen erschreckend normal zu werden. Recherchen in vergleichbaren Projekten zeigen: Viele Länder hadern mit Kostenexplosionen bei Regierungsbauten und fordern mehr Transparenz, Kostenkontrolle und Nachhaltigkeitsaspekte. Blickt man auf die aktuelle Haushaltslage, entbrennt zugleich eine alte Debatte neu – nämlich, wie viel "Pracht" sich der Staat in Krisenzeiten leisten sollte. Kritische Stimmen merken an, dass mit diesen Mitteln auch andere, drängende gesellschaftliche Herausforderungen gestemmt werden könnten.