Themenabend: Europas Verteidigung – Ohne Nato im Dilemma?

Straßburg – Am Dienstagabend, den 2. Juni, lädt ARTE ab 20:15 Uhr zum Nachdenken ein. Zwei Dokumentationen nehmen die ungelöste Frage unter die Lupe: Was, wenn Europa sich militärisch auf eigene Beine stellen muss?

heute 13:28 Uhr | 2 mal gelesen

Ehrlich gesagt, manchmal frage ich mich ja: Frieden – wie selbstverständlich ist der eigentlich wirklich? Nach über acht Jahrzehnten in friedlicher Sorglosigkeit taumelt Europa plötzlich wieder in einen Zustand unangenehmer Ungewissheit. Die Russen tragen immer dicker auf, das berühmte westliche Bündnis wackelt erschreckend. Die zentrale Frage: Kann Europa losgelöst von den USA überhaupt militärisch bestehen, oder fegt ein Sturm die Träume von Souveränität weg? Die beiden Sendungen an diesem Arte-Themenabend am 2. Juni gehen das Dilemma frontal an: **Europa: Aufrüsten für den Frieden?** (ab 20:15, ebenfalls ab 12. Mai auf arte.tv). Der Film von Olivier Toscer schiebt die rosarote Brille beiseite und guckt dahin, wo es weh tut. Mit der Nato und US-Schirm als Kuscheldecke hat sich Europa jahrzehntelang in Sicherheit gewiegt – bis zum plötzlichen Erwachen angesichts neuer Gefahren. Von alter Sorglosigkeit zur neuen Alarmstimmung in 75 Minuten, sozusagen. > [Vorschau auf arte.tv](https://presse.arte.tv/programme/126179-000-A/) **Atommacht Europa? – Die Suche nach neuer Sicherheit** (21:35, online auf arte.tv). Andrea Hauner durchleuchtet, was passiert, wenn der Atomschirm der USA löchrig wird – spätestens nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus. Die Experten sind sich einig: Europa muss endlich über eigene nukleare Optionen nachdenken. Nur, was wäre das konkret? Guter Stoff zum Grübeln. > [Pressematerial](https://presse.arte.tv/programme/130681-000-A/) Für die, die noch Fragen haben: Tonja von Thaden von ARTE steht für Presseanfragen bereit (tonja.von-thaden@arte.tv, +33 3 90 14 28 74). [Weitere Infos zum Themenabend](http://ots.de/5fb6fb)

Die beiden Dokumentationen werfen einen schonungslosen Blick auf Europas aktuelle Sicherheitslage. Im Zentrum steht das mulmige Gefühl: Was, wenn der US-Rückhalt wegfällt? Die Dokus stellen die Frage, wie realistisch eine europäische Eigenständigkeit in Verteidigungsdingen eigentlich ist – und welches Risiko das birgt. Schon jetzt sorgt der russische Angriff auf die Ukraine für ein neues Denken in der EU. Im April 2024 wurde in Brüssel beim Nato-Außenministertreffen deutlich gemacht, dass die europäischen Staaten mehr Verantwortung für ihre Verteidigung übernehmen müssen, insbesondere mit Blick auf wachsende Unsicherheiten in Washington. Im Mai wurde über eine gemeinsame europäische Verteidigungsstrategie diskutiert, die von Ländern wie Frankreich und Deutschland vorangetrieben wird – Streitpunkt bleibt die Rolle der Kernwaffen. Aktuelle Debatten zeigen, dass viele EU-Länder zwischen Investitionen in eigene militärische Kapazitäten und verstärkter Kooperation innerhalb der Nato abwägen.

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