Wer Anfang des Jahres am Studienzentrum in Pinkafeld vor Ort war, spürte sofort: Hier versammelt sich keine anonyme Menge, sondern ein Netzwerk aus erfahrenen Akteuren und frischen Gesichtern – Alumni, Lektoren, Start-up-Gründern, CEOs und Studierenden. Der diesjährige TechTalk, organisiert vom Department Energie & Umwelt, drehte sich rund um stabile und zukunftsfähige Gebäude; der Begriff 'Future-Proof Buildings' war dabei mehr als ein Schlagwort. Was besonders auffiel? Die ehrliche Offenheit im Austausch, gepaart mit kleinen Reibereien und überraschenden Ideen – so läuft das nur, wenn wirklich alle auf Augenhöhe diskutieren.
KI, also Künstliche Intelligenz, schwappte als Thema fast permanent durch die Gespräche. Christian Heschl, der in Pinkafeld unterrichtet und forscht, brachte es auf den Punkt: KI-Agenten dringen inzwischen in bislang festgefahrene Prozesse ein und verändern Planung, Steuerung und Analyse von Gebäuden. Endlich, könnte man sagen – denn die Branche tut sich traditionell schwer mit zu viel Innovation auf einen Schlag. Wolfgang Lukaschek, ein Entrepreneur aus der Branche, schob nach, wie enorm wichtig die Qualität und Tiefe von Daten inzwischen geworden ist: Ohne klare, echte Zahlen kann man Gebäudewerte gar nicht einschätzen – oder sie vermeiden schlichtweg den schleichenden Wertverlust. Spannend dabei seine These: Erst wenn reale, aktuelle Verbrauchsdaten vorliegen, lassen sich Klimaziele und Investitionen tragfähig kalkulieren.
Auch der Energieausweis bekam seinen Auftritt: Michael Haugeneder von ATP sustain lobte das neue Zusammenspiel von Energieausweis und CO2-Maßnahmenplan. Seine Botschaft war pragmatisch: Wer Energieverbräuche und Emissionen klar darstellt und danach zielsicher handelt, managt Risiken klüger. Nach Lebkuchen und Kaffee war dann klar: Das war nicht nur ein Fachtag, sondern auch ein Ort für echte Gespräche mit Wirkung. Für 2027 ist die nächste Runde schon vorgemerkt – Nachmeldungen ausdrücklich erwünscht.
Der TechTalk an der Hochschule Burgenland hat sich als lebendige Tauschbörse für Know-how und neue Denkansätze rund um nachhaltige Gebäudetechnik etabliert. Besonders die Rolle von Daten und künstlicher Intelligenz rückt in den Vordergrund: Hier entscheidet nicht mehr nur das Bauchgefühl über Strategie und Architektur, sondern messbare Fakten, auf die sich Investitionsentscheidungen und Dekarbonisierungsmaßnahmen stützen lassen. Laut Branchenbeobachtungen und aktuellen Artikeln (z. B. bei Zeit Online und FAZ) nehmen intelligente Gebäudesysteme auch im Alltag einen immer höheren Stellenwert ein, etwa durch smarte Steuerung von Energieflüssen und automatisierte Überwachung, was nicht nur für institutionelle Immobilienbesitzer, sondern zunehmend auch für private Bauherren spürbar wird. Gleichzeitig verweisen aktuelle Stimmen aus Fachmedien darauf, dass Datenschutz, Kosten und die nachhaltige Gewinnung von qualifiziertem Personal zentrale Herausforderungen bleiben. Internationale Entwicklungen wie der European Green Deal setzen zudem neue Maßstäbe und beschleunigen technische Innovationen in Planung, Steuerung und Betrieb von Immobilien. Die Verknüpfung mit Energieausweisen und die konkrete Umsetzung in CO2-Fahrplänen, wie in Pinkafeld diskutiert, zeigen, dass die Theorie tatsächlich mit der Praxis zusammenfindet – allerdings bleibt die Verankerung im Alltag vielerorts noch eine Baustelle.