EU plant modernisierte Unternehmensgründung mit digitaler Rechtsform

Die Europäische Kommission präsentiert ein frisches Konzept: Ein standardisiertes Unternehmensmodell soll Firmengründungen in der EU einfacher und schneller machen.

heute 13:44 Uhr | 5 mal gelesen

Mit dem Vorschlag "EU Inc." wagt die EU-Kommission einen deutlichen Schritt in Richtung einer wirtschaftlichen Zeitenwende. Wer jemals versucht hat, ein Unternehmen in verschiedenen europäischen Ländern zu gründen, kennt das behäbige Durcheinander nationalstaatlicher Normen – ein bürokratischer Dschungel mit unzähligen Stolperfallen. Nun will Brüssel das Spielfeld grundlegend umgestalten: Ein komplett digitaler, unionsweit verfügbarer Rechtsrahmen für Unternehmen, der bürokratische Gräben zuschüttet und gewissermaßen einen roten Teppich für Gründerinnen und Gründer ausrollt. Vieles würde dann online und binnen 48 Stunden erledigt, mit Kosten, die unter der 100-Euro-Marke bleiben und – große Überraschung – ohne verpflichtendes Startkapital. Kurzum: Wer von Lissabon bis Helsinki ein Geschäft aufziehen möchte, könnte sich bald für den freiwilligen "EU-Inc."-Modus entscheiden und vermeidet mühsames Navigieren durch fast drei Dutzend Rechtskonstruktionen. Das zielt vor allem auf die vielzitierten "Innovatoren", die bislang zwischen 27 nationalen Gesetzen und über 60 Rechtsformen jonglieren mussten. Im Paket steckt außerdem: Maximal digitalisierte Abläufe und vereinfachte Insolvenzwege – eine Art Auffangnetz für Neugründungen mit Stolperstart, das den schnellen Wiederaufstieg nach einer Pleite ermöglichen soll. Interessant: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verknüpft das politische Großprojekt mit dem Ziel, Europa in die Topliga der innovationsfreundlichen Kontinente zu bringen. Ein selbstbewusstes Vorhaben und, wie immer in der EU, mit einigen offenen Fragen behaftet: Wird das Hand in Hand mit den Mitgliedstaaten gehen – oder droht ein weiterer Flickenteppich? Die Kommission jedenfalls will noch vor 2027 eine Einigung erzielen; bis dahin bleibt Spielraum für politische Manöver, Detaildebatten und die Neugier, wie viel von der Digitalisierung tatsächlich in der Praxis landet.

Die EU-Kommission hat den Entwurf für eine optionale einheitliche Rechtsform vorgestellt, die die Unternehmensgründung im europäischen Binnenmarkt radikal vereinfachen soll. Laut jüngsten Presseberichten steht damit erstmals eine zentral organisierte, vollständig digital zugängliche Unternehmensform zur Verfügung, deren Gründung binnen 48 Stunden und nahezu ohne Kosten möglich wäre – die Rede ist von weniger als 100 Euro. Besonders für Start-ups, internationale Firmen oder flexiblere Geschäftsmodelle könnten so Barrieren abgebaut und die Innovationskraft im EU-Raum gestärkt werden. Erste Kritiken aus Mitgliedstaaten und Verbänden erscheinen vorsichtig optimistisch, mahnen jedoch Feinjustierungen bei Insolvenzrechten und Wettbewerbsschutz an. Verschiedene Medien heben hervor, dass dieser Schritt auch im globalen Standortwettbewerb, insbesondere mit den USA oder China, ein Signal für die Modernisierung europäischer Wirtschaftspolitik darstellt.

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