Es ist schon bemerkenswert, was man in Tierarztpraxen so aufschnappt: Immer mehr Menschen versichern ihre Fellnasen gegen Krankheiten, teure Eingriffe – manchmal sogar gegen Alltagswehen. Trotzdem läuft’s für die Versicherer nicht ganz von allein, wie die neue Trendstudie von Nordlight Research betont. Rund 1.400 Befragte hat das Institut ins Visier genommen. Ein paar Zahlen, die hängen bleiben: 90 Prozent der Pferdebesitzer haben schon eine Police, bei Hundebesitzern sind es 84 Prozent, Katzenhalter sind (etwas skeptischer?) mit 32 Prozent dabei. Bei Neuabschlüssen springt immerhin rund ein Drittel auf den Zug auf – kein kleines Marktpotenzial!
Was offen bleibt: Wer setzt sich durch? Klar: Bei Hund und Katze ist die Allianz ganz vorn, während sich die Uelzener als Pferde-Crack behauptet. Doch dichter gefolgt von anderen – AGILA, PetProtect oder Petolo sind keine Fremdworte mehr, die HanseMerkur mischt ebenfalls eifrig mit. Marktführer sein? Schön, aber sicher nicht bequem.
Kunden schätzen offenbar ihre Anbieter, besonders die Spezialversicherer sorgen mit Top-Noten bei der Empfehlungsbereitschaft (NPS) für Druck auf die Großen. Doch so einfach ist’s nicht – viele Tierhalter zögern, vor allem beim Preis, oder legen einfach Geld zurück statt auf Versicherungen zu vertrauen. Für manche bröckelt das Vertrauen: Kommt im Schadensfall wirklich Hilfe?
Besonders gefragt bleiben Tierkranken- und OP-Versicherungen. Aber es gibt Unterschiede nach Tierart, was Abschlussmotive und Erwartungen betrifft. Für viele ist es wichtig, dass Operationen abgedeckt sind, freie Tierarztwahl besteht und die Beiträge stabil bleiben. Vorsorgeleistungen sind dagegen für viele eher „nice to have“ als Muss.
Die Studie unterstreicht schlussendlich: Wer am Markt Erfolg haben will, braucht ein sehr feines Gespür für die Erwartungen der verschiedenen Zielgruppen. Mit einer Standardlösung ist es nicht getan. Wer dazu noch effiziente, flexible Produkte bietet und sich beim Service nicht lumpen lässt – der punktet. Alles in allem: Es bleibt spannend. Für Versicherer und Halter gleichermaßen.
Der deutsche Tierversicherungsmarkt bleibt weiterhin dynamisch und hart umkämpft: Während die Mehrheit der Tierhalter – insbesondere bei Hunden und Pferden – bereits abgesichert ist, sind Abschlussbereitschaft sowie Interesse weiterhin hoch bezahlt wird aber vor allem für gezielte Risiken wie Krankheit oder Operation. Deutschlands größte Versicherer wie Allianz und Uelzener haben sich je nach Tierart als Marktführer festgesetzt, jedoch holen Spezialanbieter mit überdurchschnittlicher Kundenzufriedenheit auf. Im Schatten des Booms wächst jedoch auch Skepsis: Steigende Kosten, Zweifel an der Leistungsbereitschaft im Schadensfall und ein wachsender Trend zur Eigenvorsorge bleiben Herausforderungen für die Branche.
AKTUELLE ERWEITERUNG: Laut Recherchen von "Süddeutsche Zeitung" (6.6.24) wächst mit den steigenden Kosten im Veterinärbereich das Risiko von Unterversicherung bei Haustieren, viele Halter fühlen sich von Versicherungsbedingungen und deren Ausschlüssen überfordert und wünschen sich mehr Transparenz sowie faire Prämienberechnungen (Quelle: [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de)). Bei "Spiegel Online" (6.6.24) wird betont, dass regulatorische Hürden auf dem Versicherungsmarkt aktuell von InsurTechs genutzt werden, die mit digitalen, einfacheren Tierversicherungsprodukten etablierte Anbieter herausfordern (Quelle: [Spiegel Online](https://www.spiegel.de)). "Die Zeit" berichtet am 6.6.24, dass der Trend zur Haustieranschaffung weiter anhält, was die Nachfrage nach tierbezogenen Dienstleistungen und Versicherungen auch in Zukunft ankurbeln dürfte (Quelle: [Zeit Online](https://www.zeit.de)).