Irgendwie kommt es einem seltsam vor, wie schnell sich die diplomatischen Fronten verschieben können. Kaum ist Khamenei tot, schon versucht Donald Trump sein Glück auf dem diplomatischen Parkett. Er wirkt dabei – typisch Trump – gleichzeitig fordernd und selbstbewusst. Die Teheraner Führung habe, so meint er, schlicht zu lange gezögert, mit den USA in Gespräche zu treten, die der Eskalation vielleicht zuvor hätten kommen können.
Gefragt nach einem möglichen Datum bleibt Trump gewohnt vage. Vielleicht weiß er manches selbst noch nicht oder hütet seine Karten einfach eifersüchtig. Bemerkenswert bleibt: Viele Gesprächspartner auf iranischer Seite hätten den vergangenen Wochen offenbar nicht überlebt – ob das nun ein diplomatischer Seitenhieb war oder schlichte Feststellung, lässt er offen.
Interessant ist auch Trumps Ansatz, direkt die iranische Bevölkerung anzusprechen. In seiner Videobotschaft fordert er die Menschen auf, nicht länger zu warten, sondern mutig für eine neue Zukunft einzutreten. Ob solche Worte vor Ort tatsächlich wirken oder nur in westlichen Nachrichten für Schlagzeilen taugen, darüber könnte man noch ein Weilchen nachdenken.
Donald Trump formuliert nach dem Tod von Ayatollah Khamenei ungewohnt offene Gesprächsbereitschaft gegenüber dem Iran. Er betont jedoch auch die langen Verzögerungen seitens der iranischen Führung und spielt auf die dramatischen Veränderungen dort an. Im Hintergrund laufen Diskussionen über die Nachfolge Khameneis und viele Beobachter erwarten, dass sich die iranische Regierung neu sortieren wird – möglicherweise mit einer vorsichtigeren außenpolitischen Linie.
Aktuelle Recherchen zeigen außerdem, dass iranische Hardliner und Reformer gleichermaßen um Einfluss ringen. Währenddessen ist im Land selbst die Stimmung nach den Massenprotesten der vergangenen Jahre weiterhin angespannt, und internationale Stimmen, etwa aus Europa, mahnen zu Ruhe und Stabilität. Die US-Regierung beobachtet die Entwicklung und ihre strategischen Optionen genau: Ein überraschender Kurswechsel ist jedoch, aus heutiger Sicht, eher unwahrscheinlich.