Uli Hoeneß: Würstchen-Inspektionen im Supermarkt – Bekenntnisse eines Wurstunternehmers

Wurstkönig Uli Hoeneß nimmt die Dinge gern selbst in die Hand: Regelmäßig marschiert er persönlich durch die Fleischabteilungen verschiedenster Supermärkte, um die Auslage seiner eigenen Produkte kritisch unter die Lupe zu nehmen. 'Ich check das drei Mal pro Woche', verrät er ungewohnt offen.

23.05.26 13:58 Uhr | 33 mal gelesen

Manche Prominente genießen ihren Ruhestand auf dem Golfplatz oder bei einer Kreuzfahrt – nicht so Uli Hoeneß. Der ehemalige Fußballmanager und jetzige Wurstfabrikant kontrolliert höchstselbst die Präsentation seiner Bratwürste in deutschen Supermärkten. Zugegeben: Eine bizarre Vorstellung, wie er selbst einräumt, wenn man bedenkt, dass seine Produkte in unzähligen Filialen verkauft werden. Dennoch: Drei Besuche pro Woche, dann schaut er nach dem Rechten – oder genauer gesagt, nach den richtigen Würsten an der richtigen Stelle. Es gehe ihm um unscheinbare Details: Stecken im Mischkarton zu viele Bio-Schweinewürstchen und zu wenige Hähnchen? Wird die Vielfalt richtig nachbestellt? Statt die Marktleiter wild zu machen, funkt Hoeneß die Produktionsmischung direkt zurück an seinen Sohn, der inzwischen den Betrieb führt. Und während andere Menschen im Supermarkt vielleicht Tomaten drücken, feilt Hoeneß an der Feinjustierung seines Sortiments – ganz bodenständig, stur, pragmatisch. Ein bisschen schwingt dabei wohl auch eine alte Managersehnsucht nach Kontrolle mit.

Uli Hoeneß, der ehemalige Bayern-Macher, überlässt selbst im Lebensmittelgeschäft wenig dem Zufall und inspiziert regelmäßig die Supermärkte, um die Auslage und Mischung der Würste seines Unternehmens zu kontrollieren. Diese ungewöhnlich persönliche Kontrolle hat zur Folge, dass die Kartonmischungen und damit die Bestellabläufe regelmäßig angepasst werden – eine Strategie, die direkt aus dem Führungshandbuch der Wirtschaft stammt, aber zugleich zeigt, wie wichtig Hoeneß Kundennähe und Detailversessenheit sind. Interessanterweise stehen solche Store-Checks auch symbolisch für einen Generationenwechsel, da sein Sohn inzwischen die operative Verantwortung trägt, während Uli die große Linie vorgibt. Außerdem könnte man sich fragen, ob solche Einzelmaßnahmen in einer Zeit von Digitalmonitoring und KI-gestützter Lieferkette tatsächlich noch relevant sind – andererseits zeigen Berichte aus der Branche, dass „Augenmaß“ nach wie vor Gold wert ist. In den letzten Tagen berichteten verschiedene deutsche Medien auch von aktuellen Umbrüchen im Einzelhandel und Lieferkettenstörungen, die Unternehmen wie das von Hoeneß vor Herausforderungen stellen, etwa wegen geänderter Einkaufsgewohnheiten, Inflation und gestörter Logistik. Trotz moderner Warenwirtschaft bleibt die Nachfrage vor allem bei etablierten Marken erstaunlich stabil, während kleinere Produzenten häufiger ins Straucheln geraten.

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