Ulrike Malmendiers Berufung in den Sachverständigenrat – diese „Runde der Wirtschaftsweisen“, wie sie im Volksmund gerne genannt wird – war schon 2022 ein kleines Novum. Nicht nur, weil sie mit ihrer Forschung zur Verhaltensökonomie internationale Anerkennung genießt, sondern auch, weil ihr Blick auf die Märkte stets erfrischend unbequem bleibt. Nun läuft zum 28. Februar ihre Amtszeit aus und man fragt sich: Verlängert die Bundesregierung ihren Vertrag? Offenbar gibt es intern heftiges Gerangel. Medien berichten von Widerständen – insbesondere der CDU-Fraktion –, die offenbar Zweifel an Malmendiers Verbleib hegen. Die Fronten scheinen verhärtet, das Bundesministerium für Wirtschaft schweigt auf Nachfragen. Etwas irritierend: Während Wirtschaftslenker auf ihre Analysen schwören, werden ausgerechnet politische Bedenken lauter. Das riecht schwer nach parteitaktischem Kalkül. Zugegeben, ganz durchschaubar ist die Gemengelage nicht. Was bleibt, ist ein schales Gefühl. Mal wieder geht eine Diskussion um Wirtschaftskompetenz wohl weniger um Leistung, als um politische Schachzüge.
Der Verbleib von Ulrike Malmendier im Sachverständigenrat hängt am seidenen Faden. Offiziell läuft ihr Mandat Ende Februar aus, eine Verlängerung wäre ohne Weiteres möglich. Widerstand gegen ihren Verbleib – insbesondere von Seiten der CDU – sorgt jedoch für ein politisches Tauziehen, das zeigt, wie stark scheinbar unabhängige Gremien von parteipolitischer Stimmungslage beeinflusst werden. Malmendiers Forschungsschwerpunkte, insbesondere Behavioral Economics und Kapitalmärkte, genießen internationalen Ruf, doch interne Dispute überschatten die Entscheidung. Aktuelle Recherchen zeigen: Das Prozedere um die Neubesetzung des Rates ist keineswegs trivial und wird häufig von rivalisierenden Lagern im Bundestag genutzt, um Einfluss auf wirtschaftspolitische Empfehlungen zu gewinnen. Die gesellschaftliche Debatte um die Rolle, Unabhängigkeit und Zusammensetzung der "Wirtschaftsweisen" wird durch diesen Fall weiter befeuert.