Am 19. März, mitten im Trubel der ABB Formel-E-Weltmeisterschaft in Madrid, passierte etwas, das so nicht alle Tage vorkommt: Der Salomon Cappadocia Ultra-Trail heimste den allerersten UN-Award für nachhaltigen Sporttourismus ein. Wer hätte gedacht, dass ein Trail-Lauf, organisiert von Argeus Travel & Events und tatkräftig unterstützt von der türkischen Tourismusagentur TGA, in seiner Nische so viel Eindruck hinterlässt? Zwölf Jahre sind eine lange Zeit – genug, um den Lauf zum festen Bestandteil im Kalender der Trailrunning-Gemeinschaft zu machen.
Nie ist Kappadokien bunter als während des Ultra-Trails: Über 2000 Sportlerinnen und Sportler aus zahlreichen Nationen tummeln sich dann unter den berühmten Feenkaminen und dem einzigartigen vulkanischen Gestein, das die UNESCO als Welterbe einstuft. Doch es geht nicht nur um Ausdauer und Geschwindigkeit – vielmehr um die Verbindung von Mensch, Natur und kulturellem Schatz. Als wäre das nicht schon genug, füllt der Event die Hotels, Cafés und Gassen mit Leben. Die Atmosphäre ist schwer zu beschreiben: ein bisschen Festival, ein wenig spiritueller Pilgerort, viel Abenteuer.
Was viele nicht wissen: Neben den spektakulären Felsen kann man in Kappadokien auch auf dem Pferderücken unterwegs sein, jahrhundertealte Höhlenwohnungen entdecken oder in windschiefen Steinkirchen abtauchen. Die Mischung ist es, die zieht – vielleicht gar nicht so unähnlich dem bunten Feld aus international angereisten Läuferinnen und Läufern. Es sind diese überraschenden Kontraste, die die Region ganzjährig attraktiv machen.
Vielleicht noch ein Wort zu „UN Tourism“: Die Organisation, früher UNWTO genannt, ist gewissermaßen das globale Korrektiv fürs Reisen – mit Fokus auf Länder, deren Entwicklungen auf nachhaltigen Tourismus angewiesen sind. Ihr Kodex erinnert daran, dass Tourismus eben mehr ist als Selfies vor Landschaften: Es geht um positive Effekte, um Achtsamkeit, um die ständige Frage, wie viel Mensch die Natur verträgt, ohne dabei verloren zu gehen. Man könnte auch sagen: Der Ultra-Trail von Kappadokien ist ein Beispiel dafür, dass Sport und Nachhaltigkeit sich nicht ausschließen müssen – sondern ziemlich gut zusammenpassen.
Der Ultra-Trail von Kappadokien hat sich gegen starke internationale Konkurrenz durchgesetzt und den neu eingerichteten UN-Award für nachhaltigen Sporttourismus erhalten. Die Jury hob besonders das umfassende Nachhaltigkeitskonzept und die aktive Einbindung der lokalen Bevölkerung hervor. Aktuelle Berichte betonen, dass das Event als Vorbild für andere Sportveranstaltungen in der Türkei und weltweit dienen könnte. Laut taz werden immer mehr internationale Sportveranstaltungen auf nachhaltige Konzepte umgestellt, der Cappadocia Ultra-Trail nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein. Die Deutsche Welle berichtet, dass insbesondere die Zusammenarbeit mit kleinen, lokalen Unternehmen und der kulturelle Austausch zwischen internationalen Teilnehmern und Bewohnern als besonders positiv bewertet werden. Der Cappadocia Ultra-Trail steht beispielhaft dafür, wie touristische Großereignisse im Einklang mit kulturellem Erbe und ökologischen Standards gestaltet werden können.
Zusätzliche Rechercheinformationen:
- Die UN-Awards für nachhaltigen Tourismus wurden eingeführt, um global innovative Beispiele zu würdigen (Quelle: https://www.untourism.int/1st-un-tourism-fia-awards-for-excellence-in-sustainable-sports-tourism ).
- Kappadokien richtet sich zunehmend auf sanften Tourismus aus, von Ballonfahrten bis Öko-Abenteuer (Quelle: www.deutschland.de).