AfD zieht Verfahren gegen Jugendfunktionär Dorow zurück – Kompromiss nach heftigen Debatten

Wenig überraschend, aber nicht ohne Brisanz: Der Bundesvorstand der AfD verzichtet einstimmig auf einen Parteiausschluss gegen den umstrittenen Jugendfunktionär Kevin Dorow. Ein Arrangement wurde gefunden.

heute 11:42 Uhr | 2 mal gelesen

Es ist schon bemerkenswert, wie parteiinterne Schachzüge immer wieder für öffentliches Staunen sorgen. Statt Dorow ganz aus der AfD zu werfen, einigte sich die Parteispitze auf einen taktischen Kompromiss: Dorow legt sämtliche Mandate, sowohl in der AfD als auch bei der Nachwuchsorganisation Generation Deutschland, nieder. Zugleich plädiert man beim Landesschiedsgericht lediglich für eine zweijährige Ämtersperre – kein Rauswurf also, sondern eher ein vorläufiges Ausbremsen. Vorangegangen waren erhebliche Vorwürfe: Vier Zitate Dorows würden, so der Bundesvorstand in seinem ursprünglichen Antrag, 'eine deutliche Nähe zum Nationalsozialismus' erkennen lassen. Solche Positionierungen seien mit dem Image der Partei, zumindest offiziell, nicht vereinbar. Interessanterweise schlug das jedoch Wellen, weniger innerhalb der Öffentlichkeit, sondern innerhalb der eigenen Reihen. Zahlreiche Funktionäre hatten, teils lautstark, gegen den Ausschluss protestiert und die Entscheidung des Bundesvorstands kritisiert. Dorow selbst gibt sich nach außen kooperativ und sprach von einer Notwendigkeit, die Debatte innerhalb der Partei zu befrieden. Auch der Vorsitzende von Generation Deutschland, Hohm, hätte den kompletten Rückzug der Ordnungsmaßnahme vorgezogen, sieht im gefundenen Kompromiss aber immerhin einen Weg für weitere Gespräche. Es bleibt abzuwarten, ob die Partei damit tatsächlich zur Ruhe kommt – oder ob dies nur eine weitere Etappe in den dauernden Machtkämpfen ist.

Der AfD-Vorstand hat sich mit Kevin Dorow nach heftiger Kritik aus den eigenen Reihen auf einen Kompromiss geeinigt und einen geplanten Parteiausschluss zurückgezogen. Stattdessen soll Dorow für zwei Jahre von Parteiämtern ausgeschlossen werden, tritt aber von allen aktuellen Funktionen zurück. In den letzten Tagen wurde innerhalb der AfD hitzig gestritten, ob und wie mit rechtsextremen Tendenzen in der Partei umzugehen sei; das bundesweite Medienecho betonte, wie solche Debatten gezielt zur internen Lagerbildung beitragen – ein nicht neues, aber stets explosives Thema in der Partei. Laut aktueller Berichte kam es zudem auch parallel erneut zu öffentlichen Diskussionen über die Abgrenzung der AfD gegenüber offen rechtsradikalen Strömungen – insoweit steht die Partei weiterhin im Rampenlicht des Verfassungsschutzes. Interessanter Kontext: In diesen Tagen hat der AfD-Spitzenkandidat zur Europawahl, Maximilian Krah, unter ähnlichen Vorwürfen seine Endposition auf der Kandidatenliste verloren, was wiederum für stärkere Murren bei einigen Parteigliederungen sorgte.

Schlagwort aus diesem Artikel