Umweltminister fordert: Jetzt loskommen von Erdöl und Co.

Carsten Schneider (SPD), der Chef im Umweltministerium, pocht angesichts des Konflikts im Iran auf eine radikale Neuausrichtung der deutschen Energiepolitik.

heute 18:52 Uhr | 3 mal gelesen

Schneider wurde im Interview mit dem 'Spiegel' recht deutlich: Jede Entscheidung in Sachen Energie müsse künftig dazu beitragen, dass Deutschland sich unabhängiger macht von fossilen Brennstoffen. „Erneuerbare sind ein Schutzschild für unsere Wirtschaft – sie haben uns schon jetzt von alten Abhängigkeiten ein gutes Stück entfernt“, führte er aus. Dass das Thema derzeit wieder an Brisanz gewinnt, zeigen die Nachrichten aus dem Nahen Osten. Und: Wärmepumpen, Elektroautos und Co.? Die sieht Schneider nicht bloß als technische Spielereien, sondern quasi als Bollwerk gegen Unsicherheit. Noch so ein Gedanke von ihm: Wenn wir – bildlich gesprochen – aus Windrädern, Solarmodulen und moderner Heiztechnik ein robustes Netz geknüpft haben, müssen Wirtschaft und Gesellschaft nicht bei jeder Erschütterung im Ölmarkt sofort mitzittern. Der Irankrieg mahnt mit aller Härte: Unsere bisherige Abhängigkeit hat uns schlichtweg verwundbar gemacht – ökonomisch sowieso. Jedes Mal, wenn auf den Energiemärkten wieder etwas hochkocht, zahlen wir drauf – zum Vorteil der Ölmultis, nie zum eigenen. Klartext von Schneider: Klimaschutz ist mehr als eine CO₂-Rechnung – es ist eine Frage von wirtschaftlicher Klugheit und geopolitischer Weitsicht.

Der Bundesumweltminister bringt mit seinen jüngsten Aussagen den Schulterschluss von Klimaschutz und deutscher Sicherheit auf den Punkt: Je früher wir auf erneuerbare Energien umschwenken, desto widerstandsfähiger wird unser Land gegen Krisen wie aktuell im Nahen Osten. Schneider sieht im fortschreitenden Ausbau von Windkraft, Solartechnik und elektrifizierten Alltäglichkeiten wie Autos und Wärmepumpen nicht nur einen Beitrag zur Klimarettung, sondern zur Souveränität Deutschlands gegenüber ökonomischen Erschütterungen. Dies trifft einen Nerv, denn laut neuesten Medienberichten setzen angesichts der geopolitischen Unsicherheiten zahlreiche Akteure in Europa verstärkt auf resiliente, dezentrale Energiequellen, während einige Stimmen Zweifel anmelden, ob der Ausbau überhaupt schnell genug für die aktuellen Herausforderungen vorangeht. Auch wird die finanzielle Belastung für Verbraucherinnen und Verbraucher diskutiert sowie die neuen technologischen Lösungen, etwa bei Stromspeichern oder der Wasserstofferzeugung in Deutschland.

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