US-Atominnovator liebäugelt mit Deutschland – Oklo will Zukunftsreaktoren exportieren

Jacob DeWitte, Chef des amerikanischen Nuklearpioniers Oklo, schaut auf Deutschland – doch Zweifel am Atomkurs und Skepsis der Politik stehen seinen Ambitionen entgegen.

heute 16:07 Uhr | 2 mal gelesen

„Am liebsten würde ich irgendwie etwas von unserer Technologie im deutschen Industriesektor verankern oder Anknüpfungspunkte für Partnerschaften schaffen – vielleicht sogar mit einer direkten Einführung“, äußert DeWitte im Gespräch mit dem Handelsblatt. Seine Begeisterung trifft jedoch in Deutschland auf eine Wand: Aus seiner Sicht überwiege das Misstrauen gegenüber nuklearer Innovation immer noch. Das Bundesland hierzulande – so DeWitte – habe sich auf einen strikten, beinahe dogmatischen Weg gegen die Kernenergie festgelegt, während andere europäische Staaten längst auf neue Reaktortechnologien setzen. Stattdessen importiere Deutschland Strom, der zum Teil aus den Reaktoren eben jener Nachbarländer stammt. Oklo bringt Small Modular Reactors (SMRs) ins Spiel – Mini-Atomkraftwerke, die sogar mit radioaktivem Abfall betrieben werden können. Für den Anfang sieht der US-Konzern seine Anlagen in Amerika bei KI-Rechenzentren im Einsatz: Erst kürzlich kündigte Oklo eine Kooperation mit Meta an. Ursprünglich unter Trump gefördert, sind die Oklo-Reaktoren allerdings noch nicht im regulären Einsatz. Fachleute debattieren zudem, ob die Technik schon reif genug für einen sicheren Betrieb ist. Trotzdem bleibt DeWitte zuversichtlich, dass sich der Wind in Europa irgendwann drehen könnte – wenn die Angst einmal von der Vernunft abgelöst wird.

DeWitte strebt an, Deutschlands Energiemarkt mit Oklos hocheffizienten Small Modular Reactors zu bereichern, sieht derzeit jedoch kaum politische Bereitwilligkeit. Die deutsche Energiepolitik bleibt angesichts sicherheitstechnischer, gesellschaftlicher und rechtlicher Hürden skeptisch gegenüber neuen Atomkonzepten. Allerdings sind international – etwa in Frankreich, Finnland oder sogar Großbritannien – vielfältige Projekte im Aufbau, die Oklo als potentielle Blaupause für einen früher oder später möglichen Wandel hierzulande sieht. Ergänzend: Nach aktuellen Recherchen läuft die Debatte um die Kernkraft auch in Deutschland weiter, viele Experten fordern eine emotionslosere Diskussion, angesichts steigender Energiepreise und Klimaschutzziele. Jüngste Entwicklungen zeigen, dass vor allem Digitalwirtschaft und klimaneutrale Industriesektoren durchaus offener für neue Technologien sind, solange diese regulatorisch eingepasst werden können.

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