Verdi erfreut über hohe Streikbeteiligung bei dpa

Die Gewerkschaft Verdi bewertet den eintägigen Arbeitsausstand bei der dpa als unerwartet erfolgreich – viele Mitarbeitende hätten sich beteiligt.

heute 16:50 Uhr | 3 mal gelesen

Matthias von Fintel, der bei Verdi das Medienressort verantwortet, äußerte am Freitag: 'Die Teilnahme am Streik hat alle Erwartungen bei Weitem übertroffen.' Über 800 dpa-Beschäftigte seien dazu aufgerufen gewesen, ihre Arbeit am Freitag ruhen zu lassen. In der dpa-Berichterstattung waren, so von Fintel, klare Lücken zu erkennen – manche Reportagen wurden schlicht nicht produziert, manche Inhalte fehlten. An einer digitalen Streikversammlung nahmen mehr als 300 Streikende aus den verschiedenen Landesbüros, dem zentralen Newsroom, der Hamburger Zentrale sowie anderen Bereichen wie Video und Rundfunk teil. Sogar einige Volontär*innen waren dem Streikaufruf gefolgt, und auch freie Fotografen zeigten ihre Unterstützung, obwohl sie formal nicht zum Streik aufgerufen werden konnten. Zwar behauptete die dpa-Führung, es wären keine gravierenden Einschränkungen festzustellen, doch von Fintel betont: 'Die Rückmeldungen aus den Redaktionen der dpa-KundInnen widersprechen dem.' Am wichtigsten sei allerdings der hohe Mobilisierungsgrad: Die Forderungen nach besseren Tarifen und einem ernsthaften Verhandlungsangebot bei der nächsten Runde am 27. März sei durch den Streik nachhaltig bekräftigt worden. Verdi verlangt bei der größten deutschen Nachrichtenagentur für 2026 einen monatlichen Lohnzuschlag von 250 Euro und für 2027 eine Erhöhung um 2,5 Prozent (Gesamtlaufzeit: 18 Monate). Die dpa bot bislang 2,3 Prozent oder 110 Euro (Festbetrag) für 2026 und 2,5 Prozent für 2027 – Verdi hält das für unzureichend.

Der Verdi-Streik bei der dpa gilt als Signal an die Medienbranche: Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben klar gemacht, dass sie bereit sind, für bessere Gehälter und Arbeitsbedingungen aktiv zu werden. Die ungewöhnlich hohe Beteiligung – inklusive Solidarität von Freien und Volontären – zeigt, wie tief die Unzufriedenheit sitzt. Angesichts stagnierender Löhne und hoher Inflation fühlen sich viele Medienbeschäftigte zu solchen Schritten gezwungen. Das Thema der Arbeitskämpfe in Redaktionen ist dabei keineswegs isoliert: Auch bei anderen Medienhäusern und Verlagen, wie der Süddeutschen oder dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, rumort es längst. Die nächste Verhandlungsrunde Ende März könnte entscheidend für künftige Arbeitsbedingungen und den Zusammenhalt in der deutschen Medienlandschaft werden.

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