Vergessene U-Boote: Zwei deutsche Kriegsschiffwracks vor Polens Küste entdeckt

Unweit der polnischen Ostsee-Küste stießen Taucher auf die Überreste der deutschen U-Boote U-583 und U-649 – Relikte finsterer Zeiten, die immer noch stumme Geschichten erzählen.

heute 13:36 Uhr | 2 mal gelesen

Seltsam, wie die See hin und wieder ihre Fundstücke ausspuckt. Mal sind es Knochen, mal Metallschrott, diesmal gleich zwei Kriegsgräber in Blech gewandet.

Frostige Erinnerungen unter Wasser

Christian Lübcke, der beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge alles rund um verwitterte Seemänner organisiert, wurde kürzlich auf zwei neue Funde in der Ostsee aufmerksam gemacht: U-583 und U-649. Er sagt: „Für uns sind das Seekriegsgräber.“ Mir jedenfalls läuft es eiskalt über den Rücken – der Gedanke, dass diese Wracks noch immer die sterblichen Überreste der Crew bergen, ist schwer auszuhalten.

Die Tragödien im Detail

U-583 schlummert in etwa 65 Metern Tiefe, ziemlich genau zwischen Bornholm und Polens Küste, laut Berichten kaum angerührt, bis auf ein paar Fischernetze am Rumpf. Das U-Boot versank am 15. November 1941 nach einem Übungsmanöver-Unfall – kein Kriegseinsatz, dennoch verloren 45 Männer ihr Leben. U-649 teilt ein ähnliches Schicksal: Zusammenprall im Februar 1943, 35 Tote, elf Überlebende. Wie es dort unten aussieht, lässt sich noch nicht mal abschätzen.

Gefährdete Stätten

Warnsignale gibt’s zuhauf: Der Volksbund fürchtet, dass Grabräuber über die Wracks herfallen könnten. Polen war einst ein Paradebeispiel für Unterwasserschutz; nachdem aber die Gesetze gelockert wurden, ist die Gefahr von illegalen Bergungen deutlich gestiegen. Gerade in der Ostsee sind Übergriffe auf solche „Seekriegsgräber“ leider keine Seltenheit mehr.

Ein Blick ins Mittelmeer

Nicht nur im Norden gibt’s Unterwassertragödien. Bei Lefkada, Griechenland, fanden Taucher das deutsche Schnellboot LS 6 – ein Unikat, das wie eingefroren nach dem letzten Befehl wirkt. 1943 stürzte es nach einem Luftangriff ab, aber diesmal blieb die Crew verschont.

Dilemma zwischen Schutz und Wissenschaft

Und jetzt? Bleibt die Frage, was mit solchen Funden geschehen soll. Strikte Abschottung als Mahnmal, Forschung für die Nachwelt – oder eine kontrollierte Öffnung? Keine leichte Entscheidung.

Vor Kurzem wurden zwei deutsche U-Boot-Wracks (U-583 und U-649) nahe der polnischen Ostseeküste entdeckt. Beide Boote gelten nach wie vor als Seekriegsgräber, mit insgesamt 80 Gefallenen; Experten wie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge machen sich Sorgen wegen möglicher Plünderungen – besonders seit den gelockerten Schutzgesetzen in Polen. Im Mittelmeer wiederum wurde das seltene Schnellboot LS 6 entdeckt, ein nahezu intakter Fund aus dem Zweiten Weltkrieg, dessen Besatzung beim Untergang jedoch überlebte. Neuere Berichte (u.a. von Spiegel, DW, und taz) zeigen, dass die Debatte um angemessenen Schutz für solche Kriegsfundstücke aktuell ist und auch wirtschaftliche Interessen und moderne Forschung einfließen. Die Zahl neuentdeckter Schiffswracks in europäischen Gewässern steigt stetig und führt zu Diskussionen, wie Gedenkstätten unter Wasser künftig geschützt oder genutzt werden sollen – zumal moderne Ortungstechnik einerseits Aufklärung ermöglicht, andererseits Grabräubern die Arbeit leichter macht.

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