Visa-Sorgen iranischer Antragsteller: Umweg über Eriwan

Die deutsche Regierung sucht nach Auswegen, wie Geflüchtete und Fachkräfte aus dem Iran trotz der Krise einreisen können – doch der Umweg über Armenien birgt Risiken.

heute 13:02 Uhr | 3 mal gelesen

Die Visastelle der deutschen Botschaft in Teheran bleibt weiterhin geschlossen, und niemand kann sagen, wann sie wieder öffnet. Das antwortete jedenfalls das Auswärtige Amt auf eine Anfrage des Grünen-Politikers Boris Mijatovic, worüber der 'Spiegel' kürzlich berichtete. Anträge iranischer Studierender und Erwerbstätiger landen jetzt auf Schreibtischen im armenischen Eriwan. Dort bemühe man sich laut Außenstaatssekretär Bernhard Kotsch, die Kapazitäten zum Bearbeiten und Annehmen neuer Anträge auszuweiten. Mijatovic lobt die Versuche, merkt aber an: Für viele Iraner sei der Weg nach Armenien alles andere als einfach – gefährlich obendrein. Er fordert, die Bundesregierung müsse dringend mehr tun, um Sicherheit und Abwicklung zu verbessern. Denn für Betroffene, besonders junge Akademiker und Fachkräfte, gehe es oft um die Existenz. Die Wartezeit zieht sich – manchmal lebensgefährlich lang. Der Frust wächst nicht nur bei den Antragstellern, sondern auch bei deutschen Hochschulen und Unternehmen – sie alle spüren das zähe Verfahren und die Unsicherheit.

Wegen anhaltender Instabilität nach dem Angriff auf die deutsche Botschaft in Teheran wurde die Visavergabe nach Eriwan, Armenien, ausgelagert, was jedoch nur begrenzt hilft: Viele Antragssteller müssen schwierige, teils riskante Routen auf sich nehmen, um dort vorzusprechen. Diese Regelung betrifft vor allem Studierende, Wissenschaftler und Arbeitskräfte, die dringend auf ihre Visa warten – für sie sichern Vermittlungsprogramme aktuell kaum eine schnelle Lösung. Menschenrechtsexperten und Betroffene kritisieren die deutsche Bürokratie und fordern mehr politische und praktische Unterstützung, etwa sichere Transfermöglichkeiten oder digitale Visa-Verfahren. Ergänzend berichten verschiedene Medien, dass die Lage für Iraner, gerade mit Blick auf Proteste und zunehmende Repressionen im Herkunftsland, täglich prekärer wird. Deutsche Universitäten äußern Sorge über den Verlust wichtiger Talente und Kollaborationen. Die Bundesregierung diskutiert parallel, wie sichere Kontingente für besonders schutzbedürftige Iraner geschaffen und die Abhängigkeit von komplizierten Ausweichwegen verringert werden könnten.

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