Manchmal, wenn ich an meine eigenen ersten Einführungsseminare zurückdenke – endlose PowerPoints, Handouts, die ungelesen im Schrank verstauben –, wundere ich mich, dass überhaupt noch jemand Lust auf Weiterbildung hat. Doch jetzt mischt die sogenannte Generation Z den Arbeitsmarkt auf. Sie ticken nämlich anders: Kurz, direkt, ein Hauch Interaktivität, dazu alles lieber sofort als später. Die klassischen Methoden, mit Linealen und Papierbergen, funktionieren da einfach nicht mehr. Aus Sicht vieler Firmen kommt das wie ein kleiner Kulturschock. Statt langer Workshops und dicker Manuals sind jetzt Impulse gefragt, die sich fast beiläufig in den Alltag einbauen lassen. Genau hier setzt LearningSuite an, ein Startup aus Graz, das digitale Lernplattformen maßschneidert – gebaut für Menschen, die mit dem Smartphone aufgewachsen sind. Was heißt das konkret?
Erstens: Inhalte sollten auf wenige Minuten schrumpfen – am besten in mundgerechte Mini-Lerneinheiten, die sich auch zwischendurch erledigen lassen. Überraschend ist vielleicht: Es geht nicht nur um Videos, sondern auch um Quizfragen, kleine Challenges oder kurze Lernblöcke, die sofort Feedback geben. So bleibt Wissen hängen, ohne zu überfordern.
Zweitens: Onboarding wird komplett digital, alles läuft über eine zentrale Plattform. Neue Teammitglieder können sich in eigenem Tempo einarbeiten, die Inhalte sind jederzeit verfügbar und der aktuelle Lernstand lässt sich leicht nachvollziehen.
Drittens: Spaß am Lernen ist kein Zufall – Psychotricks helfen. Gamification, Belohnungen oder kleine Wettbewerbe motivieren und machen Fortschritt sichtbar. Wichtig ist aber, dass es nie bloß Spielerei wird, sondern die Elemente immer einen Bezug zum Lernstoff behalten.
Viertens: Die Organisation gewinnt auch. Standardisierte Einheiten ersparen Zeit, Wissen ist transparent verteilt, und die Vergleichbarkeit vereinfacht die Planung. Aber Achtung – technische Qualität und eine durchdachte Navigation sind Pflicht. Überfrachtete Plattformen, lange Wartezeiten, unklare Strukturen: Das killt die Motivation schneller als jede Pflichtlektüre.
Fünftens: Fehler vermeiden. Wer auf ewig lange Videos oder ein Sammelsurium alter Unterlagen baut, wird scheitern. Ebenso, wenn Verantwortliche fehlen oder Nutzer nicht direktes Feedback geben können. Die Pflege und Weiterentwicklung der Plattform muss mit dem Team und seinen Bedürfnissen wachsen – sonst taugt das System so wenig wie ein faxgedrucktes Handbuch im Jahr 2024.
Wer also Weiterbildung heute noch als bloßes Anhängsel sieht oder die Digitalisierung verschläft, wird es schwer haben, jüngere Mitarbeitende zu erreichen. Vielleicht ist das ein kleiner Denkanstoß für alle, die sich jetzt fragen: Wie lange hält mein Unternehmen noch mit?
LearningSuite will mit flexiblen, interaktiven und berufsalltagstauglichen Formaten die Art und Weise verändern, wie weitergebildet wird – besonders für Mitarbeiter*innen der Generation Z. Der Ansatz stützt sich auf knappe Lerneinheiten, sofortiges Feedback und Gamification, damit Lernen wie gewünscht möglichst wenig stört und maximal motiviert. Zentrales Element ist dabei die konsequente Ausrichtung auf mobile Endgeräte und eigenständige Orientierung, egal wann und wo gelernt wird.
Der Trend zur digitalen Weiterbildung beschleunigt sich: Laut jüngsten Berichten von taz und Spiegel investieren immer mehr Firmen in KI-basierte Lernplattformen, um dem akuten Fachkräftemangel zu begegnen und die digitale Kompetenz zu stärken. Gleichzeitig zeigt eine Analyse von FAZ, dass viele Arbeitgeber noch Nachholbedarf in Sachen Benutzerfreundlichkeit und Akzeptanz moderner Lernsysteme haben – je zielgruppenspezifischer und interaktiver, desto besser gelingt die Integration. Neue Regulierungen und Förderprogramme (etwa vom Bundesarbeitsministerium) unterstützen dies durch Zuschüsse für Weiterbildungsprojekte und digitale Infrastruktur.