„Im Vergleich zu den bisherigen Zielsetzungen ist das, was jetzt angekündigt wurde, ein klarer Rückschritt“, erklärte Sabel laut Funke-Zeitungen (Donnerstagsausgaben). Durch die veränderten Rahmenbedingungen entstehe eine massive Unsicherheit für die gesamte Branche. Das werde zum Problem für Unternehmen, die eigentlich Verlässlichkeit bräuchten – etwa für Personalentscheidungen oder Investitionen. „Im Moment bewegt sich die Industrie in einer Art Zwangslage zwischen verschiedenen Optionen, keiner weiß so recht, worauf es hinausläuft“, kritisierte Sabel weiter. Dass die Förderung von effizienten Heizungen wie Wärmepumpen beibehalten wird, sieht er allerdings als ein positives Signal. „Die Förderung ist angesichts der vielen Fragezeichen immerhin ein Zeichen für eine gewisse Kontinuität“, sagte er. Laut den neuesten politischen Plänen: Die Vorgabe, dass neu installierte Heizungen zu mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen, wird gestrichen. Auch das strenge Aus für alte Heizkessel (ursprünglich mehrfach verschärft) entfällt. Beratung bei der Heizungswahl? Ebenfalls nicht mehr vorgeschrieben. Kleine Kommunen (unter 15.000 Einwohner) sollen auch keine lokale Wärmeplanung mehr erarbeiten müssen. Stattdessen wird ab 2028 für bestehende Gebäude eine "Grüngasquote" von zunächst 1 Prozent eingeführt – mit Steigerungen in der Zukunft geplant. Neue Gas- und Ölheizungen müssen ab 2029 einen Anteil von mindestens zehn Prozent Bioenergie aufweisen, mit weiteren Steigerungen bis 2040. Die Förderung von Heizungen bleibt bis 2029 bestehen. Ob die Reform aus Klimasicht reicht, soll 2030 überprüft werden.
Der Bundesverband Wärmepumpe warnt davor, dass der neue Gesetzesentwurf Unsicherheit und Stillstand in der Heizungsbranche auslöst: Die Politik verabschiedet sich von klaren Vorgaben für klimafreundliche Heizungen, was Planung und Ausbau erschwert. Statt verbindlicher Quoten für erneuerbare Energien bringt das Gesetz nur langsam steigende Mindestanteile an grünen Gasen, weniger Beratung und kaum noch Verpflichtungen für kleine Städte und Dörfer. Die Branche hofft auf schnelle Nachbesserung, sonst könnte die deutsche Energiewende an Fahrt verlieren. In den letzten 48 Stunden zeigen auch aktuelle Medienberichte (u.a. aus der Süddeutschen, dem Spiegel und bei Zeit Online), dass in der Branche und bei Klimaschützer:innen große Unsicherheit herrscht und der Rückschritt politisch sehr umstritten ist.