Wer regelmäßig das „DAS! Kochstudio“ einschaltet, dürfte Bettina Tietjen als Quell guter Laune und kreativer Rezepte kennen – und als jemand, der auch schrägere Küchenideen nicht scheut. Gemeinsam mit Rainer Sass schuf sie eine Atmosphäre, in der Kochen schon mal zur nächtlichen Eingebung wurde. Ihre Bilanz: Ohne diese Show wären viele Lacher, aber auch die Erkenntnis, wie praktisch eine Küchenbrille sein kann (danke, Zora Klipp!), einfach verloren gegangen. Eben typisch Tietjen – sich nicht zu ernst nehmen, aber die Sache mit Würze angehen.
Tietjen selbst sagt, ganz ohne Pathos: ‚Eigentlich verrückt, dass ich noch nicht mein eigenes Lokal habe.‘ Entspannt und augenzwinkernd verabschiedet sie sich und lädt ihre Co-Stars schon mal zum privaten Küchenbesuch ein, bereit für Pastapläusche oder Pannen mit Nachtisch. Doch Stabwechsel ist Stabwechsel: Am Karfreitag kocht sie das letzte Mal neben Zora Klipp und gibt an Inka Schneider ab.
Für Schneider wird das ein Sprung aus der gemütlichen TV-Kulisse ins kulinarische Abenteuer. Spontan mixende Anarcho-Köchin, wie ihr Mann sagt, schätzt sie Improvisation und hat Appetit auf Schneider-Klipp-Power in der Sendung.
Und dann stehen sie da, am Osterwochenende: Freitag gibt's Spanien-Flair, Montag Kindheits-Klassiker – jede Menge Tischgespräche inklusive. Wer sich diese Übergabe oder neu interpretierte Leibspeisen nicht entgehen lassen will: NDR ab 18.45 Uhr einschalten oder Mediathek ansteuern.
Mit Bettina Tietjens Abschied endet beim NDR eine Ära entspannter, oft auch ironisch verspielter Fernsehkochkunst. Inka Schneider bringt einen frischen, spontanen Stil ins 'DAS! Kochstudio'; ihre lockere Herangehensweise verspricht neue Rezeptideen und vielleicht kleine Küchen-Chaos-Momente mit Augenzwinkern. Die ersten Folgen nach dem Wechsel servieren spanische Spezialitäten und vertraute Lieblingsgerichte aus Kindertagen – ein Neustart, ganz ohne steife Schürzenpflicht. In den letzten 48 Stunden berichten mehrere Medien über Bettina Tietjens Abschied und die Staffelübergabe an Inka Schneider: Die TAZ hebt den Wandel der Moderation hervor und beleuchtet die besondere Note, die Tietjen in beinahe zwei Jahrzehnten eingebracht hat (Quelle: TAZ). Laut Spiegel Online wird neben der symbolischen Übergabe des goldenen Kochlöffels auch betont, wie Kochsendungen im deutschen Fernsehen den Spagat zwischen Unterhaltung und Kochtipp gemeistert haben (Quelle: Spiegel). Die FAZ widmet sich ausführlich der Frage, wie Veränderungen in etablierten TV-Formaten auch das Publikum herausfordern und mit welchen Erwartungen die Nachfolgerin Schneider an ihr neues Küchenamt herangeht (Quelle: FAZ).