Gerade bei sicherheitsrelevanten Themen, etwa an Flughäfen, lässt sich Wildberger nicht auf eine Diskussion ein: Technik sei dazu da, Prozesse sicherer – und eben nicht riskanter – zu machen. Aber weil in manchen Bereichen die Abläufe extrem verknotet seien, gelte es, diese so zu vereinfachen, dass sie praktikabel werden, ohne dabei bei wesentlichen Standards Abstriche zu machen. Beispielhaft nennt Wildberger die Mammutzeiten bei Genehmigungsverfahren: Bei neuen Mobilfunkmasten, erzählt er beinahe augenzwinkernd, wartete man früher über drei Jahre nur auf grünes Licht. Da helfe es wirklich niemandem, wenn alles derart zäh läuft. Gleichwohl – und darauf pocht er als CDU-Mann – sei Naturschutz auch in der Regierung kein Nebenthema. Digitalisierung und Glasfaserausbau müssten schließlich irgendwo physisch stattfinden, aber 'die Natur erholt sich'. Doch nicht alle sehen das so: Expertenrat der Bundesregierung moniert, dass das Infrastrukturzukunftsgesetz systematisch Infrastruktur über Umwelt priorisiere, und zwar auf eine Weise, die so bislang neu ist. Die Wissenschaftler warnen – gerade angesichts Klimawandel und Artensterben – deutlich vor dieser rechtlichen Verschiebung, die dem Umweltschutz das Nachsehen geben könnte. Das beschleunigte Ausrollen von Infrastruktur gefährde laut Beratungsgremium nicht nur die Umsetzung ökologischer Ziele, sondern bringe auch das Risiko, zwar Bürokratie abzubauen, aber kaum effektiv zu beschleunigen und dabei echten Umweltschutz zu schwächen.
Im Kern verteidigt Wildberger, dass beschleunigte Planungsprozesse nicht zwangsläufig zu schwächeren Umweltstandards führen müssten. Dennoch gibt es von Umweltfachleuten heftige Kritik daran, dass das Interesse an schneller Infrastrukturentwicklung mittlerweile systematisch über Biodiversität und Naturschutz gestellt werde. Unterdessen betonen zahlreiche Stimmen in der aktuellen Berichterstattung, dass der Ausbau von Infrastrukturprojekten (wie Glasfaser oder Windenergie) zwar dringend nötig ist, aber ohne gleichzeitig ambitionierteren Naturschutz drohe, wichtige Lebensräume dauerhaft zu verlieren; laut jüngster Recherche wurde zudem herausgestellt, dass Deutschland im europäischen Vergleich bereits jetzt bei Umweltverträglichkeitsprüfungen zurückfällt und möglicherweise nachbessern muss. Zusätzlich weisen Experten darauf hin, dass der Vorteil der Bürokratievereinfachung oft durch fehlende Planungskapazitäten wieder aufgehoben wird, was Projekte letztlich nicht wirklich beschleunigt.