Wenn man ehrlich ist, wusste ich bis zur 70. Minute eigentlich nicht mehr, wer hier wirklich das Blatt in der Hand hält. Zuerst bringt Führich Stuttgart per Geistesblitz aufs Scoreboard, aber dann, kaum zu Ende gejubelt, trifft Dinkci und die ganze Kulisse feiert plötzlich wieder – so ist eben Bundesliga, keiner gönnt sich Ruhe. Danach war's, als hätte jemand das Drama-Buch ausgepackt: Foulelfmeter für Heidenheim, verwandelt von Ibrahimovic (nein, nicht der bekannte, aber der Name macht Bock auf mehr) – dann noch ein Strafstoß für die Schwaben, ausgerechnet Mittelstädt. In Hälfte zwei wird’s noch hektischer, Conteh bugsiert Heidenheim erneut nach vorn, aber Undav sorgt im Finish für Stuttgarter Erlösung. In den letzten Minuten fliegen die Chancen echt im Minutentakt durch den Strafraum. Am Ende das Gefühl: Beide hätten gewinnen können, keiner verlässt enttäuscht das Feld – na ja, oder doch, wenn man als Stuttgarter mit Champions-League-Träumen anreist.
Ein wendungsreiches Spiel zwischen Heidenheim und Stuttgart mündete in ein nervenaufreibendes 3:3, wobei beide Teams mehrfach in Führung gingen. VAR-Entscheidungen spielten eine große Rolle und heizten die Stimmung an, denn gleich zwei Elfmeter sorgten für Gesprächsstoff. Für Heidenheim bedeutet das Remis einen weiteren kleinen Schritt Richtung Klassenerhalt, während Stuttgart in der engen Spitzengruppe der Bundesliga Federn ließ. Laut neuesten Berichten schließt Stuttgart dennoch selbstbewusst auf Platz drei ab und hofft auf späte Saisontrümpfe. Interessant ist, dass bundesweit die Anzahl der späten Ausgleichstreffer in dieser Saison ungewöhnlich hoch liegt – ein zusätzlicher Grund, warum Spiele wie dieses Fans bis zum Schluss elektrisieren. Gerade Heidenheim hat zu Hause bisher mehrfach namhafte Gegner geärgert und bleibt eine der Überraschungen der Saison.