Der Rückzug von Ulrike Malmendier aus dem Sachverständigenrat ist Ergebnis politischer Machtspiele zwischen CDU und SPD und spiegelt die tiefe Uneinigkeit über die Rolle wirtschaftlicher Meinungen im Gremium wider. Während Malmendier international für ihre Analysen geschätzt wird, steht ihre mangelnde Ausrichtung auf eine klare ordnungspolitische Linie seit längerem in der Kritik – insbesondere bei der CDU, die das Vorschlagsrecht innehat. Die Debatte um die Nachfolge hat bereits begonnen, wobei unterschiedlich profilierte Ökonom:innen wie Gabriel Felbermayr, Nicola Fuchs-Schündeln und Silke Übelmesser genannt werden – jede mit ihren eigenen Schwerpunkten und Zurückhaltungen hinsichtlich einer möglichen Berufung. Aus Recherchen neuerer Meldungen ergibt sich: Malmendiers Abgang wird im aktuellen politischen Klima nicht nur als fachlicher, sondern auch als symbolischer Verlust für die pluralistische Debatte in der deutschen Wirtschaftspolitik interpretiert. Verschiedene Medien weisen darauf hin, dass die Suche nach ihrer Nachfolge auch die grundsätzliche Richtung des gesamten Rats beeinflussen könnte: Steht der Sachverständigenrat vor einer weiteren Rückbesinnung auf ordnungspolitische Orthodoxie oder eröffnet sich Raum für vielfältigere Positionen? Zudem wird berichtet, dass die neue Zusammensetzung des Rates potentiell größere Auswirkungen auf die wirtschaftspolitische Beratung der Bundesregierung haben könnte, gerade angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen wie Inflation, digitaler Transformation und Klimawandel.