„Das, was jetzt als Ergebnis verkauft wird, ist kaum mehr als ein kurzer Moment zum Luftholen“, kommentiert Nouripour laut Funke-Medien (Donnerstagsausgabe). Von Stabilität oder einer echten Verbesserung will er gar nicht erst reden. Die USA, wie er findet, hätten völlig unterschätzt, wie lange und gründlich das iranische Regime für diese Situation vorbereitet war – und, was fast noch wichtiger sei: den kompromisslosen, beinahe fanatischen Durchhaltewillen der Machthaber.
Für die Bevölkerung im Iran kündigt sich laut Nouripour Anhaltendes Unheil an. „Es sieht ganz danach aus, als stünde das Land kurz davor, mit all den Zerstörungen und diesem tödlichen Regime auf sich allein gestellt zu werden“, so seine wenig optimistische Prognose.
Im Moment hätten die Menschen ohnehin kaum Kraft für neue Proteste – wobei sich das seiner Meinung nach schnell drehen könnte. Zuerst müsse aber wohl eine riesige Repressionswelle durch das Land rollen. Das Regime werde seiner Ansicht nach alles daransetzen, mögliche Kritiker mithilfe von Verrats- oder Spionagevorwürfen aus dem Weg zu räumen. „Schon die beginnende Serie von Hinrichtungen zeige, wohin die Reise geht.“
Ob echter Frieden auch nur ansatzweise realistisch sei, lässt Nouripour offen. Für ihn steht fest: Das Regime selbst feiert sich schon allein dafür als Gewinner, dass es noch existiert. Und genau das lässt seine Hoffnung auf einen Wandel ziemlich gering erscheinen. Manchmal kommt es einem so vor, als fehle der Welt die Vorstellungskraft dafür, wie stagnierend ein solcher Status quo sein kann. Aber manchmal trügt ja auch der Schein – vielleicht. Oder auch nicht.
Nouripour äußert sich zutiefst skeptisch zur derzeitigen Waffenruhe im Iran und warnt, dass das Regime eine große Unterdrückungswelle – inklusive zahlreicher Hinrichtungen – vorbereitet. Er kritisiert die Fehleinschätzung westlicher Regierungen, v.a. der USA, das strategische und ideologische Durchhaltevermögen der Teheraner Machthaber unterschätzt zu haben. Aktuelle Medienberichte (dw.com, taz.de u.a.) bestätigen die Einschätzungen Nouripours: Laut Amnesty International sind allein im ersten Halbjahr 2024 bereits über 200 Hinrichtungen im Iran dokumentiert worden – mit alarmierendem Anstieg politisch motivierter Todesurteile. Die Lage für Dissident:innen verschärft sich zusehends; Menschenrechtsorganisationen befürchten, dass das Regime Protestbewegungen gezielt zerschlagen will. In der internationalen Politik werden die Sanktionen gegen das iranische Regime kontrovers diskutiert, da sie die allgemeine Bevölkerung teils schwer treffen, während das politische Ziel – eine nachhaltige Verbesserung der Menschenrechtslage – kaum erreicht wurde.