Die Debatte um den Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig köchelt weiter – und mittendrin versucht Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, zwischen Kritik und Sachzwängen zu balancieren. Noch steht die finale Entscheidung zum – zugegeben: recht teuren – fünften Erweiterungsbau aus. Das Bundesbauamt prüft die Planungsunterlagen aktuell noch, heißt es. Auffällig: Es fehlt am großen Ganzen – genauer gesagt, am abgesegneten Finanzierungskonzept. Doch ein gestrichenes Projekt ist der Erweiterungsbau deswegen noch lange nicht. Weimer betont, dass der Bundestag im laufenden Haushaltsprozess mitsprechen könne. Ausdrücklich bekennt er sich zur Nationalbibliothek als Hüterin des schriftlichen Kulturerbes – doch er rückt ebenfalls die digitale Zukunft in den Fokus. Künftig sollen die Möglichkeiten der Digitalisierung gezielter genutzt werden, schließlich werde das Geld nicht mehr lockerer. Trotzdem – und das bleibt ein Widerspruch, der durch die Diskussion zieht – will der Bund weiterhin physische Medienwerke sichern. Den geplanten Neubau, der mehr als 100 Millionen Euro kosten dürfte und zwischen 2027 und 2032 entstehen soll, sieht Weimer jedenfalls nicht am Ende. Pikant: Gerade die Nachricht über das zunächst gestoppte Vorhaben schlug in Sachsen und in der Kulturszene Wellen – einige warfen der Bundesregierung wortreich vor, Leipzig und das Kulturerbe im Regen stehen zu lassen. Für Weimer heißt das: zwischen Tradition und digitalen Herausforderungen eine Lösung suchen – und damit auch den Sparkurs der Zukunft nicht aus den Augen verlieren.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer verteidigt die bisherige Vorgehensweise beim fünften Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig gegen laute Kritik aus Sachsen und Teilen der Kulturszene. Obwohl die Finanzierung des Projekts nach wie vor unsicher ist und die dazu nötigen Planungsunterlagen noch geprüft werden, sieht Weimer das Vorhaben keineswegs als erledigt an – vielmehr schätzt er, dass der Bundestag das Thema im Haushalt noch behandeln kann. Die Bundesregierung unterstreicht die fortwährende Verpflichtung zur Bewahrung des schriftlichen Kulturerbes, denkt aber auch über eine stärkere Digitalisierung nach, weil die finanziellen Ressourcen knapper werden. Recherchen zufolge haben mehrere Medien in den letzten Tagen ausführlich berichtet, dass die Diskussion über den Bibliotheksausbau exemplarisch für den Spagat zwischen Erhalt kultureller Traditionen und notwendiger Modernisierung steht. Die Kritik aus Sachsen dreht sich vor allem darum, dass ohne den Ausbau wertvolle Bestände gefährdet und Leipzig als Kulturstandort geschwächt würde. Der Streit bietet Einblick in das Dilemma öffentlicher Kulturfinanzierung: Historische Bewahrung versus Sparkurs und Digitalisierungsdruck.