ING hat dazu ganz nüchtern ihre eigenen Zahlen zum Vorsorgesparen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Fast die Hälfte der jungen Depotkunden (47 Prozent) investiert per Wertpapiersparplan, und das durchschnittlich mit 365 Euro pro Monat. Letztes Jahr waren es noch 351 Euro. Besonders beliebt sind ETFs. Ganze neunzig Prozent der Einzahlungen landen in diesen Indexfonds. Für den Zeitraum Januar bis Juni 2026 wurden die Daten von rund 1,1 Millionen jungen Kundinnen und Kunden ausgewertet – eine ganz schöne Hausnummer!
Interessant: Das geplante Altersvorsorgedepot, das ab 2027 eingeführt werden soll, stößt auf echtes Interesse (zumindest bei zwei Dritteln der Befragten). Aber: Viele wissen noch gar nicht, wie dieses Modell funktioniert oder dass es das überhaupt gibt. Besonders deutlich fällt die Wissenslücke bei jungen Frauen ins Gewicht: Nur jede zweite kennt das Depotkonzept, bei jungen Männern scheinen es schon 66 Prozent zu sein. Da ist also noch ordentlich Luft nach oben, was Aufklärung angeht.
Immer weniger junge Leute vertrauen darauf, einmal eine verlässliche gesetzliche Rente zu bekommen. Eine aktuelle Umfrage unterstreicht die tiefe Verunsicherung zum Thema Altersvorsorge und zeigt: Junge Erwachsene greifen immer stärker zu privaten Spar- und Anlageformen, vor allem mit Wertpapieren wie ETFs. Auffällig ist, dass das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 zu großen Teilen noch ein unbekanntes Konzept ist – insbesondere bei jungen Frauen. In den letzten Tagen greifen Medien wie die Süddeutsche Zeitung das Thema unsichere Rentenperspektiven auf und heben hervor, wie politisch und emotional das Thema für die junge Generation geworden ist. Diskutiert werden unter anderem die Rolle des Staates und die Verantwortung des Einzelnen, wobei Experten vor einer zunehmenden Altersarmut warnen. Zudem wird immer wieder betont, dass mehr Transparenz und niedrigschwellige Informationen zu neuen Vorsorgemodellen dringend benötigt werden.